Digital noch schneller zu Fruchtsaft & Co.

Um effizient und wettbewerbsfähig zu produzieren, setzt der österreichische Nahrungsmittelproduzent Spitz auf die Digitalisierung. Schon heute sorgt die vollautomatische Produktion in kleinen Chargen für hohe Flexibilität, Effizienz und Qualität.

Täglich verlassen rund 1,2 Millionen Produkte das Spitz-Werk in Attnang-Puchheim in Oberösterreich. Auf 30 Prozesslinien und 35 Abfüll- und Verpackungsanlagen stellt das Unternehmen viele verschiedene Lebensmittel her. Die Produktpalette reicht von Bränden, Eistee und Mineralwasser über Waffeln und Toastbrot bis hin zu Saucen, Konfitüren und neuerdings auch Honig. Die sehr breite Produktpalette und die kleinen Chargen stellen die Verantwortlichen vor besondere Herausforderungen. 

1,2 Millionen Produkte verlassen täglich das Spitz-Werk in Attnang-Puchheim

Neue Produkte noch schneller auf dem Markt 

„Automatisierung und Digitalisierung sind für Spitz von großer Bedeutung“, sagt Walter Scherb jun., CEO der Spitz-Gruppe. „Das Ziel ist es, künftig neue Produkte noch schneller herzustellen. Dabei setzen wir auch auf die eigene Rezepturentwicklung als entscheidenden Wettbewerbsvorteil.“

 

Um möglichst effizient und wirtschaftlich produzieren zu können, kommt bei Spitz Digitalisierungstechnik von Siemens zum Einsatz. „Unser bestehendes System zur Produktionssteuerung war den Anforderungen der Digitalisierung nicht mehr gewachsen“, sagt Scherb. „Wir wollten ein neues, zukunftsfähiges und langfristig erweiterbares System implementieren. Für uns war wichtig, dass wir alle Produktionsprozesse mittels eines Systems steuern und in Echtzeit verarbeiten können.“

Wir wollten ein neues, zukunftsfähiges und langfristig erweiterbares System implementieren. Für uns war wichtig, alle Produktionsprozesse mittels eines Systems steuern und in Echtzeit verarbeiten zu können.
Walter Scherb jun., CEO der Spitz-Gruppe

Integrierte Produktion

Die durchgängige, integrierte Lösung steigert nicht nur Prozessstabilität und Produktqualität, sondern minimiert gleichzeitig auch potenzielle Fehlerquellen. Zum Einsatz kommen bei Spitz Manufacturing-Execution-System(MES)-Lösungen mit Simatic IT Production Suite. Dadurch können Produktion und Fertigungssysteme gesteuert, die Fertigungsprozesse auf die Lieferkette abgestimmt und die Lücke zwischen betriebswirtschaftlichen Systemen und Prozessleitsystemen geschlossen werden. Die Materialwirtschaft ist ebenso in die Automatisierung integriert wie die Erfassung der Betriebsdaten.

Produktwechsel per Knopfdruck 

Praktisch per Knopfdruck wird auf einer Fertigungslinie von einem aufs andere Produkt gewechselt. Jeder Produktwechsel muss optimiert sein, damit möglichst wenig Schwund und keine Verzögerungen entstehen. Zwar sind bestimmte Rüstzeiten an Maschinen zu berücksichtigen, doch die eigentliche Prozesssteuerung, das Abrufen der für das jeweilige Produkt nötigen Rohstoffe in vorgegebenen Mengen sowie die erforderlichen Materialien für die abschließende Verpackung erfolgt vollautomatisch.

 

Auftragsdaten werden auf direktem Weg mit dem laufenden Prozess verknüpft, zeitgleich Produktions- und Verbrauchsdaten ins übergeordnete System geliefert. Dank der Digitalisierung funktioniert dies auf allen Anlagen gleich, so dass die Daten aller Produktionsbereiche vollständig, konsistent und vergleichbar sind. 

Um den Prozess nicht nur im Ablauf, sondern auch energetisch zu optimieren, nutzt Spitz auch das Energiemanagement von Siemens. Damit wird ersichtlich, wo wieviel Energie verbraucht wird und ob eventuell irgendwo Energie ungenutzt verloren geht. Auch das Condition Monitoring könnte in Zukunft für Spitz eine Rolle spielen. Dabei überwachen Sensoren jeden einzelnen Motor auf Temperatur, Akustik und Schwingungen. Der so ermittelte Motorzustand erleichtert die Planung von Wartungszyklen und sichert die hohe Verfügbarkeit der Maschinen.

Digitalisierung für bessere Analysen

Spitz erhält künftig exakte Daten und Analysen aller Anlagen und Linien im Werk in Attnang-Puchheim. Sämtliche Silo-Füllstände werden im neuen Produktionssystem chargenbezogen erfasst, daneben aber auch Art und Qualität der Rohstoffe. Nach Entnahme eines bestimmten Rohstoffs aus dem Silo oder von der Palette, wird die Menge und der weitere Weg in den einzelnen Produktionslinien genauestens dokumentiert. 

Schlaues Rezeptmanagement 

Zudem wird es bald möglich sein, die einzelnen Rezepturen an die Eigenschaften der Rohstoffe, beispielsweise den Zuckergehalt, anzupassen. So kann die Rezeptur automatisch neu berechnet und geändert werden, damit das Endprodukt in Geschmack, Textur und Aussehen immer gleichbleibt. Willkommener Nebeneffekt: Eine Rohstoffverwechslung ist ausgeschlossen. Das System verifiziert, ob der zugeführte Rohstoff auch wirklich zum Auftrag gehört. Tritt ein Fehler auf, schlägt das System umgehend Alarm.

Energie und Wartung optimiert

Um den Prozess nicht nur im Ablauf, sondern auch energetisch zu optimieren, nutzt Spitz auch das Energiemanagement von Siemens. Damit wird ersichtlich, wo wieviel Energie verbraucht wird und ob eventuell irgendwo Energie ungenutzt verloren geht. Auch das Condition Monitoring könnte in Zukunft für Spitz eine Rolle spielen. Dabei überwachen Sensoren jeden einzelnen Motor auf Temperatur, Akustik und Schwingungen. Der so ermittelte Motorzustand erleichtert die Planung von Wartungszyklen und sichert die hohe Verfügbarkeit der Maschinen.

Ich glaube, dass Digitalisierung sowieso kein „ob“ sondern ein „wann“ ist. Und wir haben diesen Schritt einfach nur vorgezogen. Wir sehen in der Digitalisierung viele Chancen, sowohl in puncto verbesserte Produktqualität, Konsistenz und auch in der Nachhaltigkeit. Wir werden dadurch flexibler. Es hilft in der Produktsicherheit und Qualität und auch in der Gleichmäßigkeit der Produktion.
Walter Scherb jun., CEO der Spitz-Gruppe

Die Spitz-Unternehmensgruppe ist seit über 160 Jahren Entwickler, Erzeuger, Vermarkter und Veredler von haltbaren Nahrungsmitteln und Getränken in Premium-Qualität. Seit 1952 ist das Unternehmen im Besitz der Familie Scherb. Die Spitz Gruppe ist sowohl im Segment Markenartikel als auch in den Bereichen Private Label und Co-Packing tätig.

 

Seit der Unternehmensgründung 1857 wurde das Produktportfolio kontinuierlich erweitert. Mit etwas mehr als 700 Mitarbeitern erwirtschaftet die Spitz Unternehmensgruppe rund 250 Mio. Euro Umsatz – 50 % davon im Ausland. 1,3 Mio. Produkte auf rund 2.000 Paletten verlassen täglich die Produktion in Attnang-Puchheim.

 

Spitz will weiterhin in seinen Kernmärkten rund um Österreich wachsen und versucht die Wertschöpfungskette laufend zu verbessern und zu optimieren. Kundenorientierung, Technologieführerschaft und die Wertschätzung der Mitarbeiter sind dabei zentrale Elemente der Unternehmenskultur. Diese spiegelt sich in den Prozessen wieder – in Form einer stetigen Verbesserung der Produkte und Arbeitsabläufe.