Energiesparen bei der Kälberzucht

Bei der Aufzucht von Kälbern spielt nicht nur die richtige Ernährung eine wichtige Rolle. So müssen etwa im Stall Temperatur und Luftfeuchtigkeit bestimmten Werten entsprechen. Diese Anforderungen einzuhalten, ist energieintensiv und kostet viel Geld. Einem Betrieb im Vogtland gelang es nun, seine Energiekosten zu senken. Der Schlüssel zum Erfolg war das Aufzeichnen des tatsächlichen Stromverbrauchs an der zentralen Einspeisung.

Die 700 freilaufenden Kühe von Heiko Hölzel stammen aus eigener Aufzucht und sind der Stolz des Landwirts aus Waldkirchen im Vogtland. Die Produkte der Molkerei und Fleischerei erfreuen sich im weiten Umkreis großer Beliebtheit. Ein schonender Umgang mit natürlichen Ressourcen ist Hölzel wichtig: „Wir betreiben ein eigenes Biomassekraftwerk und nutzen LEDs zur Beleuchtung der Ställe und Produktionsräume. Trotzdem wissen wir, dass weitere Einsparungen möglich sind, doch wo fängt man damit am besten an?“ 

Sicherheit im Betrieb

Als ersten Schritt entschied sich Betriebselektriker Ulrich Bauer für die Aufzeichnung des tatsächlichen Stromverbrauchs an der zentralen Einspeisung. Die gewählte Lösung auf Basis der Steuerung Simatic S7-1200 lässt sich innerhalb weniger Stunden installieren. „Bereits die erste Erkenntnis war eine Überraschung“, erinnert sich Bauer. „Es zeigte sich, dass die zentrale Anlagensicherung für die Direktvermarktung und die Kühlanlage inzwischen an ihre Grenzen gestoßen war. Eine Überlastung hätte im schlimmsten Fall zu einer Unterbrechung der Kühlkette führen können.“ 

Den Verbrauch senken

 

Durch die genaue Kenntnis der Lastgänge aller vorhandenen Maschinen und Anlagen ist es für Bauer möglich, die Verbrauchskurven zuzuordnen. „Wenn wir den Mitarbeitern zeigen können, wie viel etwa eine unnötig laufende Pumpe verbraucht, achten sie wesentlich sorgfältiger darauf, unnötige Verbräuche zu vermeiden. Die Gewissheit, Einsparungen erzielen zu können, führt zu einem deutlich verantwortungsvolleren Umgang mit den Ressourcen als jeder gut gemeinte Appell“, freut sich Heiko Hölzel.

 

Schneller Einstieg ins Energiemanagement

 

Das Besondere an der neuen Technik: Sie ermöglicht einen leichten Einstieg und lässt sich stufenlos zu einem Energiemanagementsystem ausbauen. Vorläufig ist zur weiteren Steigerung der Transparenz eine Verfeinerung der Verbrauchsmessung geplant. Längerfristig denken Hölzel und Bauer aber auch schon an Schaltkonzepte zur Vermeidung von Spitzenverbräuchen. Dass bei aller Freude über die erreichten Einsparungen weiterhin das Wohl der Kühe und Kälber und die Qualität der von Hand hergestellten Käse- und Wurstwaren die höchste Priorität haben, versteht sich für ihn von selbst. Aber das ist ja kein Widerspruch.

2017-02-03

Picture credits: Marienhöher Milchproduktion Agro Waldkirchen

 

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