Wie die smarte Fabrik – gerade jetzt – finanzierbar ist

Wer frühzeitig auf Smart-Factory-Technologie umstellt, sichert sich die größten Wettbewerbsvorteile der Industrie 4.0. In der kürzlich veröffentlichten Studie „Industrie 4.0: Rising to the Challenge“ bewertet Siemens Financial Services (SFS) die damit verbundene Investitionsanforderung.

Finanzierung 4.0

In der aktuellen Studie „Industry 4.0: Rising to the Challenge” ermittelt Siemens Financial Services (SFS), wie viel Unternehmen auf ihrem Weg zur Smart Factory investieren müssen.

 

 

Die derzeitige Gesundheits- und Wirtschaftskrise hat ohne Ausnahmen alle Industriezweige getroffen. Viele Fabriken sind derzeit entweder dabei, die Produktion wieder hochzufahren oder stellen ihre Produktion auf Produkte um, die jetzt stärker gefragt sind. Andere passen ihre Produktivität der Marktnachfrage an. Doch egal, welche Strategie ein Hersteller jetzt verfolgt, stellt er auf eine vollständig digitale Produktion um, hilft ihm das, agiler, kosteneffizient und produktiver zu werden. So wird er resistenter gegenüber Krisen und kann flexibel auf die sich wandelnde Marktnachfrage reagieren.

 

Siemens Financial Services (SFS) unterstützt zahlreiche große und kleinere Fertigungsunternehmen auf dem Weg zur Industrie 4.0 sowie bei der kurzfristigen Umsetzung der daraus resultierenden Wettbewerbsvorteile, und zwar ohne dafür hohe Schulden oder einen erheblichen Druck auf den Cashflow in Kauf nehmen zu müssen.

Wettbewerbsvorteile sichern

Die Erfahrung zeigt, dass jene Unternehmer, die – selbst im Abschwung – (klug) investieren, häufig langfristige Wettbewerbsvorteile gewinnen. Wie in einer neueren Ausgabe der Harvard Business Review nachzulesen ist[1], können digitale Technologien zu Kostensenkungen beitragen und Unternehmen agiler machen, weshalb diese mit Unsicherheiten und kurzfristigen Veränderungen vergleichsweise besser fertig werden. Demnach ist es bei Unternehmen, die nicht in die digitale Transformation investieren, deutlich wahrscheinlicher, dass sie gegenüber ihren Wettbewerbern ins Hintertreffen geraten[2]. Zitat: „Unternehmen, die das Thema digitale Transformation vernachlässigen, müssen in der nächsten Rezession vielleicht feststellen, dass sie die entstandenen Lücken nicht mehr schließen können.“

Digitale Technologien können zu Kostensenkungen beitragen.

Neue Finanzierungslösungen

Eine Optimierung der Betriebskosten bei gleichzeitiger Fortführung der Investitionen ist nur durch den Einsatz intelligenter Finanzierungslösungen möglich. Die Unternehmensberatung McKinsey[3] identifiziert in einer Studie mehrere Führungsgrundsätze, die Unternehmen helfen, in schwierigen Märkten zu bestehen und danach weiter zu wachsen. Außerdem fand man heraus, dass „Unternehmen, die im obersten Quartil auftauchten, 15 Prozent mehr für Investitionen ausgaben.” Doch eben diese Unternehmen aus dem besten Quartil sind es auch, so die Studie, die „ihre Verschuldung senken“ und einen „höheren Kassenbestand“ halten. Intelligente Finanzierungslösungen sind für das Erreichen all dieser Ziele entscheidend: Fremdkapital wird in hohem Maße zur Entlastung der Kreditlinien eingesetzt und Cashflow-Management-Methoden maximieren das verfügbare Kapital.

 

Im Kontext der digitalen Transformation inkludieren immer mehr Lösungsanbieter für die Industrie 4.0 den Baustein Smart Financing als Teil ihres Leistungsversprechens. Die verbundenen Wertvorteile für Unternehmen werden dadurch noch attraktiver – neben modernsten technischen Lösungen erhalten sie auch Zugang zu tragfähigen Finanzierungskonzepten, ausgerichtet entlang der Nutzungsversprechen der einzelnen Produkte.

Immer mehr Lösungsanbieter für die Industrie 4.0 inkludieren den Baustein „Smart Finance“ als Teil ihres Leistungsversprechens.

Die Entscheider im Produktionsmanagement können durch den Einsatz der besten Technologie und Software, gepaart mit passenden Beratungs-, Service- und Finanzierungsleistungen, ihre angestrebten Ziele zu erreichen. Intelligente Finanzierungen nutzen deshalb eine Kombination aus neuen Geschäftsmodellen und innovativen Finanzierungsmethoden, bei denen ein klares und messbares Geschäftsergebnis im Fokus steht.

Kosten durch versäumte Investitionen

Laut einer McKinsey-Studie[4] rechnen die Unternehmen damit, dass sie im Zuge des Übergangs zur Industrie 4.0 etwa 50% der installierten Produktionsanlagen ersetzen müssen. Dieses Investitionsniveau wird durch die Nachrüstung bereits vorhandener Maschinen und Anlagen noch zusätzlich angehoben. Das Zeitfenster zu investieren, um weitere Wettbewerbsvorteile zu erzielen, ist demnach begrenzt, das heißt, dieses Thema ist von höchster Dringlichkeit.

Frühere Untersuchungen von Siemens Financial Services (SFS)[5] haben gezeigt, dass für Wettbewerbsvorteile ein ‚Tipping-Point‘ nach fünf bis sieben Jahren besteht. Bis zu diesem Wendepunkt dürften 50% der globalen Fertigungsunternehmen massiv in Technologien der Industrie 4.0 investiert haben. Danach haben Hersteller, die noch nicht in die digitale Transformation investiert haben, einen erheblichen Nachholbedarf[6].

Das Zeitfenster für Wettbewerbsvorteile weist einen ‚Tipping-Point‘ nach fünf bis sieben Jahren auf.

Daraus folgt: Mit welchen Kosten müssen Unternehmen rechnen, die nicht investieren? Wo liegen die potenziellen Gewinne von Industrie 4.0, die Smart Financing ermöglicht und die diese Unternehmen versäumen?

  • Die Vorteile der Digitalisierung wurden in mehreren Studien nachgewiesen. Steigerung der Gesamtproduktivität durch Kostensenkungen und Ertragsgewinne: ca. 6 % der Einnahmen.[7]
  • Vorausschauende Instandhaltung: Predictive Services senken Wartungskosten um bis zu 12 %.[8]
  • Energiebilanz-Optimierung: Die Reduzierung der geplanten Kosten durch die Optimierung der Energieerzeugung und des Energieverbrauchs in der Fertigung liegt bei ca. 25 %.[9]
  • Prozessoptimierung und Produktivität der Produktion: Kostensenkungen 5%, Steigerung des Produktionsvolumens 20 bis 30 %[10]
  • Verbesserung der Produktqualität: 50% weniger fehlerhafte Produkte und 10 bis 20 % weniger Kosten durch Qualitätsmängel.[11]
  • Reduzierung der Lagerhaltungskosten um mehr als 20 bis 30 %.[12]   

 

Investitionsanforderung für die Smart Factory

SFS hat ein Modell[13] entwickelt, mit dem der Umfang der Investitionsanforderung für die Fertigungsindustrie bei der digitalen Transformation konservativ abgeschätzt werden kann. Das Modell basiert auf Daten verschiedener Analystenvorhersagen des Smart-Manufacturing-Marktes für einen Fünfjahreszeitraum von 2020 bis einschließlich 2024.

Das Ergebnis wird um den Anteil von Smart Manufacturing bereinigt, der bereits durch Smart Finance erzielt wurde. Darüber hinaus wird die Schätzung um die Hälfte des „verfügbaren Marktes“ reduziert, um eine sehr konservative Einschätzung des Umfangs der Investitionen zu geben, die erforderlich sind, um eine Marktdurchdringung von 50 % zu erreichen[14].

Diese modellierten Schätzungen sind sowohl für internationale als auch für regionale Anbieter von Industrie 4.0-Lösungen in den USA, Europa und im asiatisch-pazifischen Raum von Interesse, da sie die Wachstumschancen auf Sicht der nächsten fünf Jahre abbilden.

 

Intelligente Finanzierung als integraler Bestandteil des gesamten Leistungsversprechens, kann Herstellern dabei helfen, sich in der "neuen Normalität" zu behaupten. Smart Finance von Industrie 4.0 hilft Lösungsanbietern dabei, ihre Marktdurchdringung zu maximieren, die digitale Transformation ihres Unternehmens nachhaltig zu finanzieren und beseitigt eventuelle Investitionshindernisse. Darüber hinaus tragen derartige Finanzierungslösungen zu einer positiven Entwicklung von Cashflow und Umsatzwachstum bei.

Kontakt:

Fraser McGregor
+44 7808 827282

 

 

März 2020

 

[1] Harvard Business Review, „How to Survive a Recession and Thrive Afterward“, Mai/Juni 2019

[2] ebenda

[3] McKinsey, „Preparing for the next downturn“, April 2007

[4] McKinsey, „Industry 4.0 – How to navigate digitization of the manufacturing sector“, 2015

[5] Siemens Financial Services, „Fertigungsunternehmen am Wendepunkt“, April 2019

[6] Siemens Financial Services, „Countdown to the Tipping Point for Industry 4.0“, April 2019. Die Studie zu Fertigungsunternehmen am Wendepunkt befasst sich mit der Fragestellung, zu welchem Zeitpunkt 50% der globalen Fertigungsbranche auf Industrie 4.0 Technologien umgestellt sind.

[7] Quellen: SFS, „The Digitalization Productivity Bonus“ (Untertitel: „Mehrwert der Digitalisierung für Fertigungsunternehmen“), 2017; PwC, „Financial Benefits of Industry 4.0“, 2018

[8] Quellen: PwC 2018; McKinsey, „How to navigate digitization [...]“, 2015

[9] Quelle: SFS/Siemens DES, „Future savings – current gain“, 2019

[10] Quellen: Deloitte Insights, „The smart factory“, 2017; McKinsey 2015; Flex/WSJ/Emerson, „How manufacturers achieve top quartile performance“, 2019; Accenture, „Industrial smart manufacturing“, 2015

[11] Quellen: Deloitte Insights, 2017; McKinsey, 2015
[12] Quellen: PwC, 2018; IIoT, „Bosch, an example when Industry 4.0 makes a difference“, 2017; McKinsey, 2015

[13] siehe konkrete Angaben in der Tabelle

[14] Mit von Siemens Financial Services entwickelten Schätzmodellen soll das Risiko einer übertriebenen Einschätzung der Investitionsanforderung für Hersteller weltweit vermieden werden. Da dieses Modell nur die Hälfte des „verfügbaren Markts“ für die Transformation intelligenter Fabriken ausmacht, wird eine Fehlerquote für Faktoren wie die folgenden erzielt: Überprognose des Marktwachstums durch Analysten; Preiswettbewerb zwischen Lösungsanbietern; neue Technologien, die die Transformationskosten senken; schrittweise Veränderung des Verbrauchs auf den Märkten für Fertigwaren.

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