Die Cloud clever finanzieren

In den alteingesessenen mechanischen Werkstätten des Unternehmens Bror Tonsjö AB in Schweden ist kürzlich ein umfassender Digitalisierungsprozess angelaufen, der die Produktion zukunftsfähig machen soll. Mit dem IoT-Betriebssystem MindSphere werden alle Komponenten, von den betagten Fräsmaschinen bis hin zu den brandneuen Roboterarmen, an die digitalisierte Cloud angebunden.

In der Fabrik sind rund um die Uhr Hunderte von Dreh-, Langlochbohr- und Fräsmaschinen mit der Bearbeitung großer Mengen von Metallwerkstoffen beschäftigt. Moderne Roboter drehen und heben die verschiedenen Metallteile und sorgen so für eine reibungslose Produktion.

Kunden erwarten höchste Qualität

Mit den Metallwerkstücken aus seiner automatisierten Produktion beliefert Tonsjö eine Reihe namhafter Branchenriesen wie Scania, Volvo, Atlas Copo, CAT und Koenigsegg. Diese Kunden erwarten höchste Qualität und machen strenge Vorgaben, was Produktionslinien-Kapazität und Liefersicherheit anbelangt.

 

„Unser Maschinenpark umfasst moderne Roboterarme ebenso wie 30 Jahre alte Schleifmaschinen“, meint Clas Tengström, Geschäftsführer von Bror Tonsjö AB, bei einem Durchgang durch die Hallen der riesigen, im südschwedischen Kode nahe Göteborg gelegenen Fabrik.

Unbegrenzte Möglichkeiten in der Cloud

Tengström ist überzeugt, dass diese Maschinen mit MindSphere ohne Einschränkungen mit der Cloud verbunden werden können. Deshalb hat Tonsjö gemeinsam mit Siemens und dem IT-Beratungsunternehmen ÅF damit begonnen, die Maschinen und die vielen verschiedenen Sensoren der Fabrik mit MindConnect zu verbinden. Diese Hardware wird die Daten fortlaufend erfassen und an MindSphere übermitteln. 

In der Cloud hat Tonsjö Zugang zu leistungsfähigen Rechner-Ressourcen, die das Erfassen wichtige Daten in Echtzeit und umfangreiche Analysen ermöglichen. Diese Daten dienen anschließend als Grundlage für Statistiken oder Abweichungswarnungen, die im ganzen Werk auf Bildschirmen angezeigt werden. 

Engmaschig erfasste Daten

Tonsjö kann die Produktion jetzt anhand von Daten optimieren, die bislang unzugänglich waren. Roboter, Fräsmaschinen, Metalldrehmaschinen und Waschmaschinen sind in den Fabrikhallen im Dauereinsatz. Jetzt haben alle Mitarbeiter beispielsweise Drehzahl und Wirkungsgrad der Maschinen im Blick und können Anzeichen für eine anstehende Wartung frühzeitig erkennen.

„Während die neueren Maschinen standardmäßig netzwerkfähig sind, waren bei den älteren Maschinen Vorarbeiten notwendig“, so Tengström. Damit die relevanten Daten im richtigen Format abgerufen werden können, musste die Firmware der Maschinen durch Montage weiterer Sensoren angepasst werden.

Datenbasierte Entscheidungsfindung

„Neben Maschinendaten können auch Daten von geschäftlichen Infrastrukturen, CRM-Systemen, Buchhaltungssystemen und mehr in die Cloud übertragen werden. Es geht darum, Managern und Bediener durch die entsprechende Analyse und Verarbeitung der Daten eine leicht verständliche und aussagekräftige Grundlage an die Hand zu geben, auf der sie die richtigen Entscheidungen treffen können“, erläutert Tengström.

Er geht davon aus, dass externe Systeme zukünftig Kunden wie Auftragnehmern relevante Daten übermitteln können. Zum Beispiel könnte ein Logistikunternehmen automatisch benachrichtigt werden, sobald ein Container für Metallspäne voll ist und durch einen leeren Container ersetzt werden muss.

„Wenn eine Maschine mit einer zweiten Maschine kommuniziert, die sich wiederum mit einer dritten Maschine austauscht, eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten – Möglichkeiten, die sich uns momentan nicht bieten“, so Tengström.

Dank MindSphere haben wir Zugang zu Echtzeitdaten, die unseren Bedienern fundierte Entscheidungen ermöglichen und ihnen einen besseren Überblick über die aktuelle Arbeitslast und Prioritäten geben.
Clas Tengström, Geschäftsführer, Bror Tonsjö AB

Digitalisierung als Teamleistung 

Die Digitalisierung von Maschinen und Daten ist nur ein wichtiges Kriterium für den Erfolg des Projekts. Der andere sind die beteiligten Personen. „Wir sehen das Projekt als Reise. Es geht nicht nur um die Digitalisierung oder den Aufbau einer intelligenten Industrie, sondern um das gesamte beteiligte Team“, so die Auffassung von Tengström.

„Die beteiligten Mitarbeiter spielen bei dieser Reise eine wichtige Rolle. Die Digitalisierung findet hohe Akzeptanz und die Entwickler erarbeiten in engem Austausch mit den Mitarbeitern intelligente Lösungen, die zur Gesamtlösung beitragen“, so Tengström.

Verbessertes Arbeitsumfeld

Mit den von Tonsjö erfassten Daten lässt sich die Arbeitslast gleichmäßig auf den Tag verteilen. Drohende Abweichungen und Störungen werden früher erkannt, was verbesserte Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter zur Folge hat. „Dies setzt selbstverständlich eine Organisation voraus, die bereit ist, sich auf eine neue Arbeitsweise einzulassen. Und ich bin zuversichtlich, dass dies bei uns der Fall ist“, sagt Tengström.

Cloud führt zu Produktivitätssteigerungen

„Die Produktivität der Fabrik steigt von Woche zu Woche“, meint Tengström. „Die Produktivität der mit MindSphere verbundenen Produktionslinien ist gegenüber dem vergangenen Jahr um vier Prozent gestiegen. Natürlich ist dieser Anstieg nicht allein dem IoT zuzuschreiben, doch die Digitalisierung hat bei vielen Anpassungen, die wir im Rahmen des Projekts vorgenommen haben, eine wichtige Rolle gespielt.“

Mit dem Zahlungsplan von SFS können wir die Kosten wesentlich wirksamer über die generierten Vorteile ausgleichen.
Clas Tengström, Geschäftsführer, Bror Tonsjö AB

Keine Abstriche bei der Liquidität 

Dank der Unterstützung durch den globalen Finanzdienstleister Siemens Financial Services (SFS) konnte Bror Tonsjö in die Digitalisierung investieren, ohne Abstriche bei der Liquidität zu machen oder andere Unternehmensprioritäten zu vernachlässigen. Planbare feste Zahlungen über 24 Monate geben dem Kunden die Möglichkeit, gestaffelt zu investieren und dabei gleichzeitig bereits die durch die Einführung von MindSphere generierten Vorteile zu nutzen.

November 2019

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