Containerhandling: vollautomatisiert und digital

Der Containerhafen in Singapur setzt auf Automatisierung und Digitalisierung – für Spitzenwerte bei Produktivität, Sicherheit und Effizienz. Im Pasir Panjang Terminal von PSA International, einem der frequentiertesten Umschlagplätze der Welt, befördern 56 Stapelkräne Container ohne menschliches Eingreifen.

Im Containerhafen herrscht Hochbetrieb: Immer mehr Kräne be- und entladen immer größere Schiffe. Die Abmessungen der Kräne müssen mithalten. Deshalb ist die Werft vollautomatisiert und digitalisiert, um große Mengen an Ladungsspitzen bewältigen zu können. Höchste Produktivität pro Liegeplatz, reduzierte Kosten pro Bewegungsvorgang und reibungslose Abläufe sichern die Wettbewerbsfähigkeit des Hafens von Singapur.

Ein Vorreiter ist der Containerhafen in Singapur, betrieben von PSA International. Das Pasir Panjang Terminal, das seit Anfang 2018 in Betrieb ist, wird nach Abschluss aller Ausbauphasen über eine beeindruckende Containerumschlagskapazität von rund 30 Millionen TEU (Twenty Foot Equivalent Units) verfügen.

Robustes Kransystem gefragt

Wichtiger Baustein des Automatisierungs- und Digitalisierungskonzepts des Terminals sind 56 vollautomatische Stapelkräne mit Simocrane-Automatisierung. Die elektrotechnischen Automatisierungssysteme hat Siemens gemeinsam mit dem Kranhersteller ZPMC aus Shanghai projektiert und in Betrieb genommen. 

 

Kräne sind leistungsstark, ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen. „In der nicht immer idealen Welt der Abläufe in einem Containerterminal gibt es immer wieder kleine Abweichungen von den vorgegebenen Standards“, erläutert Christian Kögl, Senior Vice President, Segment Kräne bei Siemens. „Ein automatisches Kransystem muss deshalb sicher und robust sein, durchgängig Leistung bringen und sich gleichzeitig flexibel an Abweichungen anpassen.“ 

Dabei spielen die Kosten eine wichtige Rolle: „Durch die Automatisierung der Kräne ist der Betrieb nicht nur sicher, zuverlässig und flexibel“, sagt Kögl, „der Kunde erreicht damit auch die niedrigsten Kosten pro Bewegungsvorgang über den gesamten Lebenszyklus des Krans.“

Die Kräne müssen sich flexibel an Abweichungen anpassen, denn die gibt es immer wieder in einem Containerterminal.
Christian Kögl, Senior Vice President, Segment Kräne, Siemens

Produktivität steigt deutlich

Die neuen Kransysteme bieten eine Reihe weiterer Vorteile hinsichtlich Produktivität, Sicherheit und Kosten pro Bewegungsvorgang. Automatisch bewegen die Werftkräne mehr als 30 Container pro Stunde. Die menschliche Eingriffsquote liegt bei unter fünf Prozent.

 

„Vollautomatische Kräne ermöglichen den Betrieb mit maximaler Geschwindigkeit in sicherer Umgebung, rund um die Uhr, und das jeden Tag“, sagt Kögl. „Nur ein einziger Kranführer wird für mehrere Kräne benötigt. Und der muss nur in außergewöhnlichen Situationen eingreifen.“

Daten geschickt nutzen

„Bei Siemens erfassen wir tausende Datenpunkte an jedem Kran und wandeln diese Datenmenge in smarte Daten um“, sagt Kögl. „Die Daten lassen sich beispielsweise für die vorausschauende Wartung nutzen oder für die Simulation der Kräne, um sie sichererer, flexibler und effizienter zu machen“, erläutert er. Außerdem können Getriebedrehzahlen und Lebenszyklen optimiert und bis an die physischen Grenzen der Anlagen ausgedehnt werden. Dieser Ansatz erhöht den Warendurchsatz und die Kranverfügbarkeit und reduziert zugleich die Lebenszykluskosten.

Smart Data machen Kräne sichererer, flexibler und effizienter.
Christian Kögl, Senior Vice President, Segment Kräne, Siemens

Kräne für den Hafen und die Industrie

Die bei PSA eingesetzte Plattform Simocrane unterstützt den Kunden dank ihrer Skalierbarkeit bei der Implementierung komplexer großer Kräne mit hohen Automatisierungsanforderungen ebenso wie bei Kränen von bis zu mehreren Tausend kWs, die ebenfalls anspruchsvolle Anforderungen an die Automatisierung stellen. 

 

Einfachere Krantypen mit weniger anspruchsvollen Automatisierungsanforderungen werden mit der antriebsbasierten Technologie von Simocrane unterstützt. Hier sind alle grundlegenden Automatisierungsfunktionen im Frequenzumrichter selbst integriert, sodass keine separate Steuerung erforderlich ist. 

Die Modularität und Skalierbarkeit des Systems bedeuten, dass Krantypen wie Coilumschlagskräne oder Pfannenkräne, die in der Stahl- und Papierindustrie ebenso wie im Schiffbau eingesetzt werden, unterstützt werden.

 

Durch die Modularität und Skalierbarkeit des Systems werden alle Krantypen unterstützt. Alle Formen – etwa Portalkrane, EOT-Krane und Offshore-Krane – sowie sämtliche Anwendungen wie Schüttguthandling, Coilhandling, Pfannen, Tambour und Goliath werden unterstützt. Die Simocrane-Plattform wird im Offshore-Bereich, in Häfen und in einer ganzen Reihe von Branchen eingesetzt, darunter Stahl, Papier, Schiffbau und Energie.

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden: Alles was Sie über Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung wissen müssen.