Papierlos durch den Alltag: Chance oder Utopie?

Papier begleitet uns in den vielfältigsten Formen bei fast allem, was wir tun. Es gibt immer wieder Versuche, den Alltag papierlos zu gestalten. Doch ist ein Leben komplett ohne Papier wirklich möglich? Und wie wäre das?

Graphische Papiere

 

Egal ob bei der Arbeit oder zu Hause: Ein Alltag, in dem Zeitschriften, Ausdrucke, Notizzettel oder Adressbücher von unseren Schreibtischen verschwänden, wäre für viele wohl unvorstellbar. Einige Unternehmen haben bereits Versuche gewagt, den Arbeitsplatz auf rein digitale Arbeitsmittel umzustellen – dauerhaft konnten diese Versuche jedoch nie in die Realität umgesetzt werden. Es gibt beispielsweise immer noch Bedenken, dass digitale Dokumente keine rechtliche Gültigkeit besitzen oder nicht ausreichend vor fremden Zugriffen ge­­schützt sind. Dabei ist erst Ende März eine Verordnung verabschiedet worden, die dafür sorgt, dass elektronische Dokumente EU-weit rechtsgültig anerkannt werden. Doch egal in welcher Form, an welchem Ort oder zu welcher Zeit wir grafische ­Papiere in den Händen halten, es wird noch eine Weile dauern, bis sich sinnvolle und prakti­kable Alternativen in unserem Alltag durchsetzen und akzeptiert werden.

Hygiene-Papiere

 

Wie sieht wohl ein Leben ohne Papiertaschentücher, Servietten, Küchenrollen, ­Windeln oder gar Toilettenpapier aus? „Das kann doch wohl nicht so schwer sein“, mag sich der ein oder andere denken. Wie oft greift man ganz gewohnt zur Papier-Küchenrolle, anstatt einen Lappen zu benutzen? Und was wäre, wenn von einem Tag auf den anderen die Produktion von Toilettenpapier gestoppt werden würde und man sich nach Alternativen umsehen müsste? Ein Alltag mit Stofftaschentüchern oder -Servietten, die nach jedem Gebrauch gewaschen werden müssen, oder mit Lufthandtrocknern, die neben Luft vor allem auch Keime und Bakterien aufwirbeln, wäre mit Sicherheit sehr mühselig.

Verpackungspapiere

 

Dank des steigenden Online-Versands erlebt die Verpackungsindustrie in den letzten Jahren einen Aufschwung. Aber was wäre, wenn es für unsere Bestellungen oder für den privaten Paketversand keine Verpackung aus Papier mehr gäbe? Egal ob Bücher, Elektrogeräte, Kleidung oder Lebensmittel, alles würde entweder unverpackt oder in papierloser Verpackung bei uns ankommen – ob unsere Einkäufe dann noch alle in einwandfreiem Zustand wären? Neben Versandkartons gibt es noch viele andere Verpackungs­papiere wie Umzugskartons, Butterbrot­­pa­piere oder Papiertüten. Zu Versandkartons aus Papier wird es wohl so schnell keine papierlose Alternative geben. Auf einige andere ­Verpackungspapier-Produkte lässt sich im Alltag einfacher verzichten, zum Beispiel indem das Mittagessen einfach in einer Lunchbox statt in Butterbrotpapier mit zur Arbeit genommen wird.

16.06.2017

Bildquelle: Bild 1: Siemens AG, Bild 2: Yvonne Witte, Bild 3: Depositphotos

 

 

Inspiriert von einem Tomatenkarton hat die holländische Firma Fiction Factory das Wikkelhouse entwickelt. Es ist nachhaltig und recycelbar und soll 100 Jahre haltbar sein. Dafür werden die 24 Lagen Wellpappe durch eine verleimte Holzummantelung vor Umwelteinflüssen ge­schützt. Auch die TU Darmstadt forscht gerade zu Bauten aus Papier.

Möbel, die rein aus Pappe bestehen, gibt es bereits: Lampen, Hocker, Regale, Stühle, Tische, Betten und Dekogegenstände. Auf der internationalen Home-Messe in Mailand wurde ein Restaurant aus Pappe vorgestellt und es gibt bereits die ersten Carton King-Restaurants in Shanghai und Taiwan, die fast vollständig auf Pappe setzen: Sogar Suppen werden in Papp-Woks gegart. 

Papierflieger und Drachen am Himmel sind gewohnte Bilder. Aber Boote aus Papier auf dem See? Seit ein paar Jahren sieht man sie auf verschiedenen Gewässern. Sie treten zu Papierbootregatten an, wie hier beispielsweise bei der Wasserwacht am Tegernsee.

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