Energiemanagement: Schokolade energieeffizient produziert

Ritter Sport ist der erste große Hersteller von Tafelschokolade, der seinen Kakao nachhaltig anbaut. Auch die Produktion soll umweltfreundlicher werden. Mit einem neuen Energiemanagement will das Unternehmen seinen Energieverbrauch jedes Jahr um weitere 1,5 Prozent senken.

SPS 2019 - Siemens
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Nachhaltigkeit beginnt bei Ritter Sport bereits bei der Auswahl der Rohstoffe. Das Unternehmen Alfred Ritter GmbH & Co. KG bewirtschaftet seit einigen Jahren eine eigene Kakaoplantage im Osten Nicaraguas. Als erster großer Tafelschokoladehersteller stellte das Unternehmen 2018 vollständig auf zertifiziert nachhaltigen Kakao um. Erst vor Kurzem erklärte das Unternehmen, im Rahmen der globalen Bewegung Plant-for-the-Planet bis 2028 eine Millionen Bäume pflanzen zu wollen.

 

Umweltaspekte spielen auch in der Produktion eine wichtige Rolle. Seit 2002 betreibt das Unternehmen ein eigenes Blockheizkraftwerk (BHKW), das auf dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung beruht. Nach der Erneuerung 2016 deckt das Blockheizkraftwerk mit 9,9 Millionen Kilowattstunden rund ein Drittel des Gesamtstrombedarfs und 70 % des Wärmebedarfs. 

Energieeffizienz soll weiter steigen

Das Unternehmen hat sich zudem ehrgeizige Ziele bei der Energieeffizienz gesetzt, so Eberhard Pfeifer, Personaleinsatzplaner bei der Alfred Ritter GmbH & Co. KG: „Wir haben uns vorgenommen, jedes Jahr 1,5 Prozent Energie einzusparen.“ Dafür suchte das Unternehmen nach einer modernen Lösung für das Energiemanagement, um nicht nur die Anforderungen gemäß ISO 50001 zu erfüllen, sondern auch, um verborgene Potenziale in der Produktion aufzuspüren. „Für uns ist das der erste Schritt, um zu ermitteln, wieviel Energie in jeder einzelnen Tafel Schokolade steckt“, so Pfeifer.

 

Die neue Energiemanagementlösung sollte in erster Linie alle Energiedaten aus Produktion, Gebäude und Energieerzeugung in ein System integrieren und die Daten in einer zentralen Datenbank ablegen und archivieren. Damit Ritter Sport die Energieeffizienz seiner Produktion ermitteln kann, musste das neue System auch in der Lage sein, Energiedaten mit Prozessinformationen zu verknüpfen. Und schließlich sollte die neue Lösung einfach und intuitiv zu bedienen sein, damit die Mitarbeiter in der Produktion und im Energiemanagement die Daten jederzeit einsehen können.

Effizienz durch Transparenz

Mit Simatic Energy Manager PRO von Siemens hat Ritter Sport eine Lösung gefunden, die all diese Kriterien erfüllt. Das System erfasst nicht nur die Daten aus der Produktion, sondern auch die Energiedaten aus dem Gebäudemanagementsystem Desigo Insight. Es ist benutzerfreundlich, lässt sich einfach in Stand halten und kann in der Zukunft skaliert oder modifiziert werden, ohne auf externe Ressourcen zurückgreifen zu müssen.

 

Das Unternehmen plant derzeit, Messwerte direkt mit Simatic S7-1200- und S7-1500-Controllern sowie Simatic AI-Energiemessgeräten aufzuzeichnen. Außerdem sollen Sentron PAC-Messgeräte installiert werden, um weitere Messpunkte in das System einzubinden.

Die Software, die Trainings, der Support, die gesamte Zusammenarbeit mit Siemens haben uns schwer beeindruckt.
Eberhard Pfeifer, Personaleinsatzplaner, Alfred Ritter GmbH & Co. KG

In nur vier Tagen installiert

Siemens unterstützte die Inbetriebnahme des neuen Systems und schulte die Mitarbeiter von Ritter Sport vor Ort. Das System war nach nur vier Tagen installiert und nach der Schulung konnten die Mitarbeiter sofort damit arbeiten. Seit diesem Zeitpunkt hat das Energiemanagementsystem alle Erwartungen erfüllt, sagt Pfeifer: „Die Software, die Trainings, der Support, die gesamte Zusammenarbeit mit Siemens haben uns schwer beeindruckt.“

 

Ritter Sport verfügt damit über ein System, das nicht nur ein Energiemanagement nach ISO 50001 ermöglicht, sondern es auch erlaubt, Daten aus unterschiedlichsten Quellen zu erfassen und zu verknüpfen. Dadurch kann das Unternehmen einen Bezug zwischen Verbrauchswerten und Produktionsdaten herstellen und erhält so einen detaillierten Einblick, welche Prozesse wieviel Energie verbrauchen. So kann das Unternehmen verborgene Potenziale ausfindig machen und seine Energieeffizienz weiter steigern.

 

„Beim Simatic Energy Manager PRO haben uns sowohl das einfache Datenmanagement als auch die schönen Visualisierungsmöglichkeiten von Anfang an fasziniert“, sagt Benjamin Flaig, Energiemanager bei Ritter Sport. „Mit dem System haben wir Transparenz geschaffen, sodass wir jetzt schon die großen Verbraucher kennen, und wir wissen auch, wo wir noch mehr ins Detail gehen und genauer nachforschen müssen.”

Große Zugewinne, kleiner Aufwand

Das System stellt eine Reihe von Dashboards bereit, über die die Mitarbeiter bei Ritter Sport jederzeit auf Energie- und Produktionsdaten zugreifen und die Daten einfach auswerten und analysieren können. Die Informationen sind unmittelbar auf den PCs und Terminals auf der Produktionsfläche abrufbar – und auch auf mobilen Geräten. „So kann ich von überall auf die Zahlen zugreifen. Das ist sehr komfortabel“, sagt Flaig.

 

Die Vielseitigkeit und die einfache Handhabung des Systems haben Flaig von Anfang an überzeugt: „Mein Slogan ist: Energieeffizienz ist intelligente Faulheit“, sagt er und ergänzt: „Der Simatic Energy Manager passt gut dazu, weil man mit wenig Aufwand wirklich viel erreichen kann.“

Mit Simatic Energy Manager PRO haben wir Transparenz geschaffen. Wir wissen jetzt, wo wir noch mehr ins Detail gehen müssen.
Benjamin Flaig, Energiemanager, Alfred Ritter GmbH & Co. KG

Schokoladengeschichte

Mit der Gründung der Schokoladen- und Zuckerwarenfabrik von Alfred Eugen Ritter und Clara Ritter, geb. Göttle, wurde in der Inneren Moltkestraße in Stuttgart-Bad Cannstatt der Grundstein für die Ritter Sport Schokoladengeschichte gelegt, denn hier wurden die ersten „Ritter”-Schokoladen hergestellt und verkauft. 1932 erfand Clara Ritter die bis heute charakteristisch quadratische Schokoladeform. Inzwischen hat das Familienunternehmen 1.500 Mitarbeiter und konnte 2017 einen Umsatz von 482 Millionen Euro erzielen. Täglich verlassen über drei Millionen Schokoladetafeln das Werk im schwäbischen Waldenbuch, von wo sie in über 100 Länder weltweit exportiert werden.

 

Ritter Sport stellt Qualitätsschokolade her und hat den Anspruch, dass jede der vielen Schokoladensorten in ihrer Kategorie Klassenbeste ist – und das bedeutet für das Unternehmen, dass Rohstoffe und Verarbeitungsprozesse eine durchgängig hohe Qualität aufweisen müssen. Seit vielen Jahren bereits wird großer Wert auf Nachhaltigkeit und eine umweltfreundliche Verpackung gelegt. 2012 kaufte Ritter Sport Land im Osten Nicaraguas und stieg damit selbst in den nachhaltigen Anbau von Kakao ein. 2018 stellte das Unternehmen als erster großer Tafelschokoladehersteller den Kakaobezug vollständig auf zertifiziert nachhaltigen Kakao um. Dafür wurde die Alfred Ritter GmbH & Co. KG mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2018 in der Kategorie „Mittelgroße Unternehmen“ ausgezeichnet. Nach Ansicht der Expertenjury ist Ritter Sport „ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Nachhaltigkeit in der gesamten Wertschöpfungskette vom Kakaoanbau bis zur Verpackung gestaltet werden kann“.

01.02.2019

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