Gemeinsam für mehr Energieeffizienz

Der Automobilhersteller SEAT betreibt im spanischen Martorell eine der energieeffizientesten Produktionsstätten in Europa. Ihr Herzstück ist eine SGT-400 Gasturbine, die man in der Kraft-Wärme-Kopplungsanlage installierte – und die nun dabei hilft, das Werk günstig und zuverlässig mit Energie zu versorgen.

Ein klarer Wintermorgen Ende 2017. Enrique López und Carlos Cachadiña stehen gemeinsam auf dem Dach des SEAT-Werkes am Rande der spanischen Kleinstadt Martorell und lassen den Blick über die Produktionsstätte schweifen. „Heute ist es, als würde die Turbine praktisch gar nicht existieren. Sie ist ohne Unterbrechung in Betrieb, sie macht keine Probleme und ist einfach da“, stellt Lopéz von SEAT Martorell fest. Die beiden Männer wissen, dass das schon einmal anders aussah: „Es gab schwierige Momente, besonders in den ersten zwei bis drei Jahren“, sagt Cachadiña, Projektleiter seitens Siemens.

Eine neue Gasturbine für die Kraft-Wärme-Kopplungsanlage

Sechs Jahr zuvor hatte man sich dafür entschieden, im Martoreller SEAT-Werk eine neue Turbine in die Kraft-Wärme-Kopplungsanlage einzubauen. Lopéz ist seit 24 Jahren verantwortlich für den Betrieb der Anlage: „Wir haben die Gasturbine von Siemens installiert, die SGT-400 (15 MW), weil die Maschine in dieser Klasse die leistungsstärkste ist“. Cachadiña ist ebenfalls von Beginn des Projektes an mit dabei: „Das Besondere an der Turbine, die wir bei SEAT eingebaut haben, ist, dass sie mit über 8.000 Stunden pro Jahr beinahe im Dauerbetrieb läuft. Mit der so erzeugten Energie könnte man eine 15 000 Einwohner große Stadt mit Strom versorgen. Gleichzeitig haben sich die Emissionen des Werks im Vergleich zu der früheren Technologie um 30% reduziert.

Die Bedeutung zuverlässiger Energieversorgung

Die Turbine war die erste 15 MW Version weltweit, die in Betrieb genommen wurde. Wie bei den meisten Industriezweigen, kommt es auch in der Automobilbranche auf eine zuverlässige Energieversorgung an: Drei Produktionslinien laufen im SEAT-Werk parallel, jede Minute rollt ein Auto vom Band. Wenn die Gasturbine, das Herz der Kraft-Wärme-Kopplungsanlage, nicht funktioniert, würden die Energiekosten drastisch steigen. 

Enge Zusammenarbeit vor Ort

Tatsächlich hatte die Turbine im ersten Jahr einige Ausfälle. „Wir wussten, dass sie die erste war, die installiert wurde. Wir wussten, dass es eine Herausforderung war“, erinnert sich Lopéz, „aber wir wussten auch, dass wir es mit Siemens als Partner schaffen würden“.

 

Seat und Siemens kooperieren im Werk Martorell seit 1993 bei den verschiedensten Projekten. Service vor Ort war von Anfang an ein wichtiger Bestandteil der Zusammenarbeit. Und so meisterte man auch hier gemeinsam die Hürden im ersten Lebensjahr der Turbine. „Dass Siemens immer präsent ist, ist für mich das Wichtigste. Ich könnte jede Menge Leute aufzählen, die ich persönlich kenne, mit dem Vornamen anspreche und jederzeit anrufen kann. Diese Nähe hat es uns ermöglicht, ein Team zu bilden, mit dem wir die Maschine auf ihr aktuelles Niveau bringen und zur besten Maschine ihrer Klasse machen konnten“, meint Lopéz. Cachadiña und er sind durch das Projekt Freunde geworden.

Eine der Energieeffizientesten Produktionsstätten ihrer Art

Seit über einem Jahr gibt es nun keine ungewollten Stillstände mehr. „Die Turbine hat sich sehr positiv weiterentwickelt. Wir haben es geschafft, sehr hohe Werte zu erreichen, die die ursprünglich vorgesehene Effizienz der Anlage sogar noch übertreffen“. 95% der in der Fabrik verbrauchten Wärmeenergie gewinnt man bereits aus der Kraft-Wärme-Kopplung –  sie ist damit eine der effizientesten Produktionsstätten in Europa.

 

Wenn Lopéz und Cachadiña sich jetzt treffen, diskutieren sie über neue Ideen. Gemeinsam möchte man in weiteren Projekten die Digitalisierung der Fertigung vorantreiben. Lopéz: „Die Maschine remote zu sehen, mögliche Störfälle vorhersehen zu können – Ich denke, das ist die Zukunft.“

26.09.2018

Bildquellen: Jörg Zirnbauer

 

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