Finanzierung smarter Gebäude

Warum Gebäude in der 'neuen Normalität' intelligent sein müssen – und wie man dies finanziert.

Smarte Gebäude schaffen Mehrwert durch Agilität und Flexibilität, die Gebäudeeigentümer und -manager in der 'neuen Normalität‘ anstreben. In Zeiten knapper Budgets gelten Einsparungen durch Energieeffizienz zunehmend als idealer Ausgangspunkt für die Umrüstung bestehender Gebäude in intelligente Gebäude. In einem neuen Whitepaper von Siemens Financial Services (SFS) wird erläutert, wie diese Umrüstung auf finanziell nachhaltige Weise erfolgen kann.

Ein ‘perfekter Sturm’ von Faktoren treibt derzeit Veränderungen voran und macht zugleich Gebäude intelligenter. Im Zuge von COVID-19 haben sich neue Regeln und Arbeitsweisen durchgesetzt, um die Hygiene, Infektionskontrolle und Sicherheit in Gebäuden zu gewährleisten. Dies hat den wirtschaftlichen Druck erhöht, Kosteneinsparungen im Gebäudemanagement insbesondere durch eine höhere Energieeffizienz zu erzielen. Doch damit nicht genug – bestehende und neue behördliche Vorschriften machen Upgrades beim Brandschutz und bei der Sicherheit erforderlich. Hinzu kommen Richtlinien aus aller Welt mit neuen Vorgaben für höhere Umweltstandards in Gebäuden.

 

Eine smarte Lösung, so heißt es in einem neuen Whitepaper von Siemens Financial Services (SFS), wäre es daher, Gebäude intelligenter zu machen. Konventionelle Gebäude sind deutlich im Nachteil, was ihre Vermietung, Nutzung oder Bindung angeht – mit spürbaren Konsequenzen für den Wert des Immobilienvermögens.

Smart finanancing for smart buildings

Whitepaper "Financing smart buildings: driving value in the new normal"

Intelligente Gebäude schaffen Mehrwert durch Agilität und Flexibilität in der ‘neuen Normalität’. Neue Forschungen von Siemens Financial Services (SFS) bestätigen, wie wichtig intelligente Finanzierungslösungen bei der Umrüstung bestehender Gebäude in energieeffiziente, intelligente Gebäude sind.

 

SFS hat den Übergang zur 'neuen Normalität‘ in fünf Sektoren weltweit untersucht: Büros, Krankenhäuser, Fertigung, öffentliche Gebäude und Bildung. Die Ergebnisse werden in einem Whitepaper sowie im Rahmen des "Smart Building Insights"-Newsletters präsentiert. 

Intelligente Gebäudetechnologien für die 'neue Normalität'

Smarte Gebäude nutzen automatisierte und digitalisierte Technologien, die effizientere und effektivere Gebäudefunktionen und deren Steuerung ermöglichen. Die von IoT-Sensoren generierten Daten liefern Echtzeitinformationen und ermöglichen so schnelle Reaktionen. Intelligente Technologien sorgen dafür, dass das Gebäude von einer Kostenbelastung zu einem aktiven Partner – einem neuen Teammitglied – beim Betrieb eines Unternehmens oder einer öffentlichen Einrichtung in der Welt der ‘neuen Normalität’ wird.

 

Intelligente Technologien in Gebäuden steuern Abläufe und Raumbelegungen, sorgen für die Sicherheit der Mitarbeiter, erkennen und berücksichtigen die individuellen Anforderungen oder Vorlieben jedes Gebäudenutzers, sparen Energie und bieten noch eine ganze Reihe weiterer smarter und agiler Funktionen zur betrieblichen Unterstützung. Hier einige Beispiele für die ‘neue Normalität’ in intelligenten Gebäuden:

  • Brandschutz und Sicherheitsvorkehrungen
  • Temperaturfernmessung
  • Kontaktlose Steuerungen für Hygiene und Infektionskontrolle
  • Kontaktlose Sicherheit und Zugriffsberechtigungen
  • Digitales Remote-Belegungsmanagement
  • Digitalisierte, intelligente HLK-Lösungen
  • Personalisierte Arbeitsbereiche
  • Reinigungs- und Sanitärroutinen

Es ist davon auszugehen, dass die Unternehmens- und Staatsfinanzen in der postpandemischen Welt noch einige Zeit unter erheblichem Druck stehen werden. Gleichzeitig müssen Gebäudeeigentümer und -manager einerseits in Maßnahmen investieren, um ihre Gebäude sicher und komfortabel zu gestalten, andererseits aber auch den Vorgaben hinsichtlich der Belegungsdichte Rechnung tragen. 

Ein intelligentes Gebäude kann nach konservativer Rechnung den Vermietungswert um bis zu 11,8 Prozent erhöhen und die Verkaufspreise um 5 bis 35 Prozent steigern.

Wie sich Investitionen in intelligente Gebäude rechnen

Dass intelligente Gebäude Mehrwert schaffen, ist in Fachkreisen unbestritten. Laut einer Studie der Europäischen Kommission zu den Vorteilen der Energieeffizienz kann ein intelligentes, leistungsfähigeres Gebäude nach konservativer Rechnung den Vermietungswert um bis zu 11,8 % erhöhen und letztlich die Verkaufspreise um 5 bis 35 % steigern.

 

Wie lässt sich ein Gebäude finanziell nachhaltig modernisieren und umrüsten? Ein erster Ansatzpunkt ist der Einsatz intelligenter Technologie, um den Energieverbrauch der Gebäude zu senken. Dies führt zu messbaren finanziellen Einsparungen, die sich durch intelligente Finanzierungsvereinbarungen nutzen lassen, um die gesamte Umrüstung in ein intelligentes Gebäude zu subventionieren oder sogar vollständig zu bezahlen, wie das Whitepaper von Siemens Financial Services darlegt.

 

Intelligente Finanzierungsmodelle, die eine energieeffiziente Umrüstung und smarte Umsetzung ermöglichen, unterteilen sich in zwei Kategorien.

 

  1. Building-Efficiency-as-a-Service – dieses Modell wurde für Gesamt- und Mehrgebäudeprojekte entwickelt. Dabei investiert der Gebäudeeigentümer in Technologien und Systeme für intelligente Gebäude, die klar vorausberechenbare Energieeinsparungen liefern. Bei der intelligenten Finanzierung werden die erzielten Einsparungen mit den monatlichen Zahlungen verrechnet, um den Umbau möglichst kostenneutral zu finanzieren. Und das Beste daran ist, dass der Gebäudeeigentümer während des gesamten Umbaus kein Kapital riskieren muss und über genügend liquide Mittel für andere strategisch wichtige Entwicklungsmaßnahmen verfügt.
  2. Produkt- und Projektfinanzierung – dieses Modell wurde für kleinere, inkrementelle Umbauschritte entwickelt. Zwar können die Kunden nicht von den gleichen signifikanten Vorteilen wie bei Option 1 profitieren, doch die Möglichkeit zur Verteilung der Umbaukosten auf einen Finanzierungszeitraum bietet enorme betriebliche Vorteile: Liquiditätssteuerung durch Anpassung der Ausgaben an die erzielten Energieeinsparungen.

Energieeffizienz – die Investitionsherausforderung 

Aus den Daten der Global Alliance for Buildings and Construction (GABC) geht hervor, dass die Renovierungsraten bis 2040 weltweit auf durchschnittlich 3% des aktuellen Gebäudebestands pro Jahr erhöht werden müssen, um die Klimaziele zu erreichen.

 

Damit sich Immobilienbesitzer eine bessere Vorstellung von der Größenordnung dieser Herausforderung machen können, hat die neueste Insight-Reihe von SFS die Investitionskosten der Umrüstung im Zeitraum 2020-2040 in vierzehn Ländern berechenet – und das für fünf Sektoren: Büros, Krankenhäuser, Fertigung, öffentliche Gebäude und Bildung.

 

In jedem Sektor und in jedem Land sind die benötigten Investitionen beträchtlich, und es liegt auf der Hand, dass diese Ziele nur mit Hilfe intelligenter Finanzierungslösungen erreicht werden können.

19. Oktober 2020

Text: Fraser McGregor
Bilder: Siemens AG

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