Wärme für die Energiewende

Warum sind Wärmepumpen für eine nachhaltige Energieversorgung so wichtig? – Karl Ochsner, Geschäftsführer der Ochsner Wärmepumpen GmbH, hat die Antworten.

Die Dekarbonisierung unserer Energieversorgung kann nur gelingen, wenn Gebäude nachhaltiger beheizt und gekühlt werden. Die Ochsner Wärmepumpen GmbH produziert die Technologie, die es dazu braucht. Bis heute behauptet sich das KMU mit innovativen Wärme- und Kältelösungen in einem kompetitiven Markt – auch dank einem smarten Regler, der in Zusammenarbeit mit Siemens entstanden ist.

Was haben frische Luft, die städtische Kanalisation und energieintensive Industrieprozesse gemeinsam? – Wer sich noch nie gefragt hat, wie man Gebäude, Produktionsstätten und Stadtquartiere ohne Öl und Gas beheizen kann, wird vielleicht ratlos mit den Achseln zucken. Nicht so Karl Ochsner, der geschäftsführende Gesellschafter der Ochsner Wärmepumpen GmbH mit Sitz in Linz, Österreich. Er führt das Familienunternehmen mittlerweile in fünfter Generation: 1872 als Kupferschmiede gegründet, produziert die Firma seit 1992 ausschließlich Wärmepumpen.

 

Karl Ochsner weiß so ziemlich alles darüber, wie man Heiz- und Kühlsysteme baut, die ohne fossile Brennstoffe auskommen. Die Geräte, die seine rund 220 Angestellten entwickeln, produzieren, in Betrieb nehmen und warten, sind in der Lage, der Umwelt Energie zu entziehen, um Wärme oder Kälte zu erzeugen. Damit das funktioniert, brauchen sie Strom. Ein Gebäude, das mit einer modernen Wärmepumpe beheizt wird, nutzt im Schnitt rund 75 Prozent Energie aus der Umgebung, der Rest kommt aus der Steckdose.

Keine Energiewende ohne Wärmewende. Und keine Wärmewende ohne Wärmepumpe.
Karl Ochsner, geschäftsführender Gesellschafter der Ochsner Wärmepumpen GmbH 

Vom Nischenprodukt zur Schlüsseltechnologie

Als Karl Ochsner Senior, der Vater des heutigen Geschäftsführers, 1978 mit der Produktion von Wärmepumpen begann, wurde die Technologie vor allem genutzt, um kleine Warmwasserspeicher in Einfamilienhäusern zu betreiben – geheizt wurde in aller Regel weiterhin mit Holz, Öl oder Gas. „Für meinen Vater war das zunächst nur ein Nebengeschäft“, sagt Karl Ochsner. „Selbst an internationalen Fachmessen mit Tausenden von Ausstellern war er damals oft der einzige, der Wärmepumpen präsentierte.“

 

Seither hat sich viel getan: Das Bewusstsein für die klimapolitischen Herausforderungen, vor denen die Welt steht, ist stetig gewachsen – und damit auch die Nachfrage nach Wärmepumpen. Und das aus gutem Grund. Schließlich gehen rund 40 Prozent des globalen CO2-Ausstoßes aufs Konto von Gebäuden – verursacht maßgeblich durch Heizung und Kühlung. Würden mehr Gebäude effizient und nachhaltig betrieben, ließe sich ihr ökologischer Fußabdruck massiv verringern. Dazu braucht es alternative Heizsysteme – zum Beispiel Wärmepumpen. Karl Ochsner bringt es auf den Punkt: „Keine Energiewende ohne Wärmewende. Und keine Wärmewende ohne Wärmepumpe.“

 

Tatsächlich gilt die Wärmepumpe als Schlüsselkomponente für die nachhaltigen Energiesysteme der Zukunft. Gerade in Kombination mit Strom aus erneuerbaren Quellen kann sie ihre Stärken voll ausspielen. Wird sie zum Beispiel mit Strom aus der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach versorgt, ist ein emissionsfreier Betrieb möglich. Im Zusammenspiel mit Grid-Edge-Technologie ist sie in der Lage, zum Lastenausgleich im Stromnetz beizutragen, weil sie Energie in Form von Wärme speichern und sich so flexibel dem Stromangebot anpassen kann.  „Die Wärmepumpe kann dann laufen, wenn der Strom da ist, und wenn der Strom teuer oder knapp ist, schaltet sie sich einfach aus – ohne den geringsten Komfortverlust“, sagt Karl Ochsner. 

Massive technologische Fortschritte

All das ist heute möglich, weil die Technologie über die Jahre stetig weiterentwickelt wurde. Zum Fortschritt hat die Firma Ochsner maßgeblich beigetragen – und tut es immer noch. „Ohne Innovation gäbe es uns nicht mehr“, sagt Karl Ochsner. So ist es dem Unternehmen gelungen, die Effizienz von Luft/Wasser-Wärmepumpen massiv zu steigern. Diese Systeme nutzen die Umgebungsluft als Wärmequelle. „Lange waren Erdwärmepumpen das Maß aller Dinge. Heute halten Luft/Wasser-Wärmepumpen nicht nur mit, sondern sind unter geeigneten Bedingungen übers Jahr gerechnet sogar effizienter.“ 

Noch bedeutender im Hinblick auf eine nachhaltige Energieversorgung sind die Entwicklungen bei großen Anlagen. „Wir sprechen hier von Leistungen bis zu 2,5 Megawatt“, sagt Karl Ochsner. „Moderne Systeme erreichen Prozesstemperaturen von 130 Grad. Davon konnte man früher nur träumen.“ Damit haben sich die Einsatzmöglichkeiten von Wärmepumpen deutlich erweitert: „Heute heizen und kühlen unsere Wärmepumpen Flughäfen, Einkaufzentren und Wolkenkratzer“, sagt Karl Ochsner. 

Städtische Abwässer haben großes Potenzial. Jetzt müssen wir es nur noch nutzen.
Karl Ochsner

Doch noch liegt viel Potenzial brach: Besonders interessant sei der Einsatz von Wärmepumpen überall dort, wo Abwärme anfällt – etwa bei industriellen Prozessen. „Diese Energie verpufft vielerorts ungenutzt“, sagt Karl Ochsner. Mit einer Wärmepumpe könnte sie zurückgewonnen und für Heizung, Warmwassererzeugung oder die Prozesse verwendet werden. „Auch städtische Abwässer haben großes Potenzial. Jetzt müssen wir es nur noch nutzen.“  

Leistung allein reicht nicht

Um auf dem Markt erfolgreich zu sein, reicht es nicht, nur die Leistungsfähigkeit der Produkte im Blick zu haben. Wer wüsste das besser als der Geschäftsführer eines KMU, das sich seit Jahrzehnten gegen Großkonzerne behauptet. Für den Kunden muss das Gesamtpaket stimmen. Darum baut Ochsner Luft/Wasser-Wärmepumpen, die nicht nur effizient sind, sondern auch zu den leisesten auf dem Markt zählen. Darum nutzt die Firma Kältemittel, die einen optimalen Betrieb ermöglichen, umweltverträglich sind und maximale Sicherheit bieten. Und Ochsner legte in den letzten Jahren ein Augenmerk auf die Bedienerfreundlichkeit seiner Wärmepumpen.

 

Gerade was die Anlagensteuerung angeht, sind die Kunden deutlich anspruchsvoller geworden: „Heute möchte der Nutzer sein System per Smartphone steuern können“, sagt Karl Ochsner. Um das möglich zu machen, entwickelte seine Firma einen neuen Regler für ihre Wärmepumpen, der über die Cloud bedient werden kann. Und holte dazu mit Siemens einen Partner mit ins Boot, der viel digitales Know-how mitbrachte. Die Climatix-Regler von Siemens – in Verbindung mit der Cloud-Lösung Climatix IC – boten einen idealen Ausgangspunkt für die Neuentwicklung. 

Die coolste App bringt nichts mehr, wenn dem Kunden kalt ist.
Karl Ochsner

Das Ergebnis der Zusammenarbeit ist eine Lösung, die das Potenzial der Cloud voll ausschöpft: Kunden können ihre Wärmepumpe nun über eine App von überall bedienen. Doch auch den Mitarbeitenden von Ochsner bringt der neue Regler Vorteile: Sie können die Anlagen ihrer Kunden über die Cloud von der Zentrale aus mit Updates versorgen, und aus der Ferne den Betrieb optimieren und Störungen beheben.  “Dank Remote Servicing können wir Probleme oft schon lösen, bevor der Kunde sie überhaupt bemerkt“, sagt Karl Ochsner. Das spart den Kunden Ärger und dem Unternehmen Zeit und lange Anfahrtswege. 

Langfristige Partnerschaft auf Augenhöhe

Die Partnerschaft mit Siemens erwies sich für Ochsner in mehrfacher Hinsicht als optimal. „Wir suchten einen Technologiepartner, dessen Lösungen 20 Jahre und länger funktionieren“, sagt Karl Ochsner. „Die coolste App bringt nichts mehr, wenn dem Kunden kalt ist.“ Dabei geht es nicht nur um die Privatkunden. Ochsner-Geräte stehen auch in Krankenhäusern oder Rechenzentren. „Das sind kritische Infrastrukturen, die funktionieren müssen – da können wir uns beim Regler keine Experimente leisten.“ Aus diesem Grund steht für Ochsner die Sicherheit seiner Produkte an erster Stelle.

Wenn wir über die Cloud sprechen, sprechen wir immer auch über IT-Sicherheit. Und da haben wir in Siemens das höchste Vertrauen.
Karl Ochsner

„Wenn wir über die Cloud sprechen, sprechen wir immer auch über IT-Sicherheit. Und da haben wir in Siemens das höchste Vertrauen“, sagt Karl Ochsner. Schließlich garantiert Siemens nicht nur Unterstützung über den gesamten Lebenszyklus der Regler, sondern auch die Sicherheit der Cloud-Lösung. Das ermöglicht es der Firma Ochsner, sich auf sein Kerngeschäft – die Kältetechnik und ihre Steuerung – zu konzentrieren, ohne Kompromisse bei der Cloud-Anbindung zu machen.

 

So können beide Partner ihre Stärken zur Weiterentwicklung einer Technologie einbringen, die zu einer nachhaltigeren Energiezukunft beiträgt. „Wirtschaft und Industrie müssen im Einklang mit der Natur wachsen“, ist Karl Ochsner überzeugt. „Wir zeigen gemeinsam, dass das möglich ist – und nehmen so unsere Verantwortung gegenüber der Gesellschaft wahr.“ 

08/20/2020

Bilder: Ochsner Wärmepumpen GmbH

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden: Alles was Sie über Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung wissen müssen.