Die Zukunft von Air Handling Units liegt in der Cloud

Warum cloudbasierte Services die Heizungs-, Lüftungs- und Klimatisierungsbranche verändern.

Mehr Kontrolle, schnellerer Service und niedrigere Kosten: Cloudbasierte Dienstleistungen bieten in den Bereichen Heizung, Lüftung und Klimatisierung viele Vorteile. Die schwedische Firma IV Produkt hat in Zusammenarbeit mit Siemens eine Fernunterstützung für ihre Air Handling Units (AHUs, Luftbehandlungsgeräte) auf den Markt gebracht, die zeigt, wohin sich die Branche in Zukunft entwickelt. 

Die Cloud verändert weite Bereiche der Geschäftswelt. Die Heizungs-, Lüftungs- und Klimatisierungsbranche (HLK) macht da keine Ausnahme, denn schließlich erlauben es cloudbasierte Lösungen, auch aus der Ferne auf HLK-Systeme zuzugreifen. Diese Fernunterstützung eröffnet allen Beteiligten neue Möglichkeiten.

Überwachung des Systembetriebs von jedem Ort aus

Die Firma IV Produkt, Herstellerin von AHUs, arbeitet eng mit Siemens zusammen, um von diesen Möglichkeiten Gebrauch zu machen. Das Unternehmen hat eine effiziente, cloudbasierte Lösung für den Unterhalt und die Optimierung seiner Produkte entwickelt. 

Cloudbasierte Services werden das HLK-Geschäft verändern.
Mattias Sjöberg, CEO von IV Produkt

Gegenüber konventionellen Anlagen ohne Anbindung an die Cloud verspricht die neue Lösung eine Reduktion der Unterhaltskosten und mehr Komfort bei der Steuerung. Bei

Systemen ohne Fernunterstützung müssen Installateure respektive Servicetechniker Störungen vor Ort beheben, was vorsorgliche Massnahmen einschränkt und vermehrt zu Betriebsstörungen führen kann. Dabei sind eine laufende Überwachung und Optimierung ebenso wenig möglich wie ein prädikativer Unterhalt im eigentlichen Sinn.

 

Um in diesen Bereichen Verbesserungen zu erzielen, entwickelte das schwedische Unternehmen eine neue Lösung, die “IV Produkt Cloud”. Sie basiert auf dem Climatix IC Remote Servicing System von Siemens. Diese Lösung erlaubt es Installateuren und Servicetechnikern, Anlagen von jedem beliebigen Ort aus zu überwachen – einzige Voraussetzung ist eine Internetverbindung. Dies bedeutet, dass ortsunabhängig die AHUs mehrerer Anlagen überwacht und Diagnosen erstellt werden können. Dies trägt zu einem effizienteren Service bei, verringert die Anzahl Anfahrten und – am wichtigsten – ermöglicht einen prädikativen Unterhalt. 

Höhere Effizienz und niedrigere Kosten

Ebenso wie die Servicetechniker profitieren auch Facility Manager und Gebäudebenutzer von der IV Produkt Cloud, wie sich am Beispiel des Falkenberg Strandbad Hotels zeigt. Das an der Westküste Schwedens gelegene Hotel bietet Konferenzräume, ein Spa und ein Restaurant für Gäste aus dem In- und Ausland. Als es darum ging, Teile der vorherigen Luftaufbereitungsanlage zu ersetzen, wollten die Hotelbesitzer eine zukunftssichere, zuverlässige und kosteneffiziente Lösung – und entschieden sich für Geräte von IV Produkt in Kombination mit der IV Produkt Cloud.

Die Lösung von IV Produkt basiert auf dem Prinzip Plug-and-play. Dank vorab getesteten Anwendungen und aufeinander abgestimmten Komponenten konnte die Inbetriebnahme rasch und kostengünstig vorgenommen werden.

Seit die neue Luftaufbereitungsanlage des Hotels in Betrieb ist, können die Servicetechniker ihre mobilen Geräte einsetzen, um das gesamte HLK-System zu überwachen. Wenn Alarmmeldungen über potenzielle Störungen eintreffen, können die Servicetechniker sofort reagieren. Sie sind jetzt auch besser vorbereitet, wenn es darum geht, notwendige Unterhaltsarbeiten vor Ort auszuführen. Dadurch können die Anlagenbesuche kurz gehalten werden. Darüber hinaus können die Facility Manager des Hotels das Raumklima jetzt jederzeit von jedem beliebigen Ort aus überwachen und steuern. 

Neue Spielregeln für das HLK-Geschäft

“Cloudbasierte Services werden das HLK-Geschäft verändern”, ist Mattias Sjöberg, CEO von IV Produkt, überzeugt. Nicht nur Kunden würden von den neuen Dienstleistungen profitieren, sondern auch die Anbieter selber: “Erstausrüster wie wir, die auf die Cloud setzen, verzeichnen niedrigere Kosten und können besseren Kundenservice bieten”, sagt Sjöberg. Denn sind die Systeme einmal mit der Cloud verbunden, können neue Services einfach eingeführt werden, und die Erstausrüster (OEMs) können ihr Servicegeschäft weiter ausbauen. Von der Cloud profitieren damit alle: Hersteller, Installateure und Endkunden.

Für OEMs, die auf vernetzte Lösungen setzen, ist die Zukunft vielversprechend: Sie können die in der Cloud gespeicherten Daten dazu verwenden, weitere Serviceleistungen zu entwickeln, beispielsweise Alarmdiagnosen oder prädikative Analysen. Die von Servicetechnikern über viele Jahre gesammelten Erfahrungen können zum Aufbau einer skalierbaren Plattform in der Cloud genutzt werden. Ausgehend von dieser Plattform können Hersteller dann Alarmdiagnostik-Dienstleistungen entwickeln. Alsdann können sie von alarmgetriebenem Service auf prädikative Analysen umstellen, so dass Servicearbeiten hinausgeschoben oder vorgezogen werden können – je nach Bedarf.

IV Produkt Cloud ist das jüngste Resultat der mittlerweile 30-jährigen Partnerschaft zwischen
IV Produkt und Siemens. Das schwedische Unternehmen wurde 1969 gegründet und produziert energieeffiziente AHUs. Mit seinen Produkten ist es Marktführer in Schweden. Die IV Produkt Cloud ist ein gutes Beispiel dafür, wie OEMs mit Hilfe der Digitalisierung neue Angebote schaffen können.

 

Die Lösung IV Produkt Cloud basiert dabei auf dem Climatix IC Remote Servicing System von Siemens. Climatix IC ist eine offene, skalierbare, flexible und zukunftsorientierte Lösung. So werden von Climatix IC zum Beispiel API-Schnittstellen eingesetzt, um offen zu sein für neue Möglichkeiten zur Steuerung zukünftiger HLK-Applikationen. Climatix IC ist durch die Cloud Security Alliance (CSA) zertifiziert.

2019-06-05

Bilder und Video: Siemens AG

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden: Alles was Sie über Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung wissen müssen.