Wertsteigerung von Immobilien als Antwort auf Marktherausforderungen

Erfolgreiche Unternehmen wie Uber, Alibaba, Airbnb, Twitter, Facebook und Google verändern heute ganze Branchen mit digitalen Geschäftsmodellen, die schnell und günstig skaliert werden können. Sie durchbrechen Marktbarrieren, bringen Monopole zu Fall und machen Immobilienanlagen anderer zu Geld, ohne selbst die Betriebskosten zu tragen.

Gegenüber Unternehmen ohne eigenen Immobilienbesitz können Unternehmen, die Immobilien besitzen oder leasen, das Nachsehen haben. Sie müssen an mehreren Fronten kämpfen, um mit der rasanten Geschäftsmodellinnovation in der Branche Schritt zu halten und gleichzeitig die Kapitalbelastung durch Gebäude zu verringern. Doch Aktionäre wählen zunehmend Lieferanten, Partner oder Arbeitgeber anhand ihrer Nachhaltigkeitsbilanz aus. Etablierte Unternehmen mit großen Immobilienportfolios, die ihre Anlagen umweltbewusst umgestalten, werden diesen Erwartungen besser gerecht. Sie können ihre Immobilien auf diese Weise aber auch optimieren und so langfristigen Wert schaffen.

Immobilien-Performance strategisch angehen

Immobilien nehmen den zweitgrößten Posten in der Unternehmensbilanz ein. Sie verbrauchen weltweit 40 Prozent der Primärenergie, von der bis zu 50 Prozent verloren geht. Wenn man bedenkt, dass Energie 30 Prozent der Gebäudebetriebskosten ausmacht, sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, diese Verschwendung zu reduzieren. Warum ringen dann immer noch so viele mit einem überzeugenden Nachhaltigkeitskonzept? Ein häufiger Fehler besteht darin, den Erfolg alleinig an Kosteneinsparungen oder der Senkung des Energieverbrauchs festzumachen, ist die Umsetzung eines solchen Vorhabens doch mehrschichtig. „Deshalb mag es zunächst schwierig erscheinen, die Effizienzbilanz auszugleichen. Die Ausrichtung auf die richtigen Ziele ist in unserer Beratung daher ein wichtiger Aspekt“, meint Peter Halliday, Head of Building Performance and Sustainability bei Siemens. „In der Regel beginnen unsere Kundengespräche mit Energieeffizienz und gehen dann in Risikomanagement, strategische Beschaffung, Prozessoptimierung, Finanzmodellierung, Human Capital Management und Datenstrategie über.“

Projekte zur Steigerung der Energieeffizienz können eine interne Kapitalrendite von bis zu 40 Prozent erwirtschaften – und damit deutlich mehr als der Durchschnitt von 10 bis 15 Prozent für typische Geschäftsinvestitionen; aber die meisten Organisationen verfügen nicht betriebsintern über die für solche Projekte erforderlichen Kenntnisse. Eine Partnerschaft mit Experten für Gebäudeeffizienz ist daher entscheidend, um realistische Effizienzverbesserungen zu entwickeln und umzusetzen. „Wir helfen, Ressourcen und Budgets mit den Prioritäten für Verbesserungen abzugleichen – oft mit ergebnis-orientierten Finanzierungslösungen wie Energiespar-Contracting oder Managed Energy Service Agreements“, führt Peter Halliday weiter aus.

Unsere Kundengespräche beginnen mit Energieeffizienz und gehen dann in Risikomanagement, strategische Beschaffung, Prozessoptimierung, Finanzmodellierung, Human Capital Management und Datenstrategie über.
Peter Halliday, Head of Building Performance and Sustainability bei Siemens

Gebäudeökonomie verbessern

Grüne Gebäude können bis zu 17 Prozent höhere Mietprämien und 23 Prozent höhere Auslastungen fordern, und Wiederveräußerungswerte steigen um bis zu 30 Prozent – zum Teil, weil mehr Effizienz eine längere Lebensdauer eines Gebäudes bedeutet und so dessen Unterhaltungskosten senkt. „Daten und Technologie spielen dabei eine zentrale Rolle, wie auch die kompetente Auswertung von Gebäudedaten“, betont Halliday. „In einer sich schnell ändernden, regulatorischen und technologischen Umgebung kann es aber lohnen, sich die Kosten und Mühen zu sparen, die es braucht um dieses Know-how im Unternehmen aufzubauen und auf dem neuesten Stand zu halten, – und diese Leistungen stattdessen einzukaufen.“
 

„Wir kombinieren unsere datengesteuerte Performance und Advisory Services mit Navigator, der cloudbasierten Energie- und Nachhaltigkeitsplattform Navigator“, so Halliday. „Organisationen, die die Kontrolle über ihren Energieverbrauch gewinnen wollen, berechnet diese Plattform wichtige Kennzahlen zur Gebäudeeffizienz. Siemens Experten nutzen diese, um ein Gebäude mit Best Practices und Compliance-Vorgaben abzugleichen – und Investitionen mit maximaler Rendite und Risikominderung den Vorzug zu geben. Dadurch kann Komplexität reduziert und die Amortisierungszeit der Gebäudesanierung beschleunigt werden“, erklärt Halliday.

Den verborgenen Wert von Emissionseinsparung und Compliance entdecken

Einblicke in die Effizienzsteigerung von Gebäuden machen es leichter – und damit auch günstiger – sich durch die unzähligen nationalen Vorschriften und freiwilligen Zertifizierungsprogramme zur Einhaltung von Umweltvorschriften zu arbeiten. Die Vorteile sind sowohl finanzieller Natur – Gebäudeabschreibung, Nutzungsrate, Verwaltungskosten, Obsoleszenzrisiken – als auch mit Renommee verbunden – und das bedeutet: erhöhte Attraktivität für Kunden oder Investoren, größere Auswahl an Finanzierungsquellen und sogar Produktivitätsverbesserungen. Und es gibt Anreize in Form von Steuergutschriften, die eingeführt wurden, um umweltfreundliche Entwicklungen und Sanierungen voranzutreiben. Entscheidend ist es, messbare Aktionspläne festzulegen, um kurz- und langfristige Energieeffizienz- und Emissionsziele zu dokumentieren und zu erfüllen und die Voraussetzung für die gestiegenen Anforderungen des Reporting zu schaffen. 

Unternehmen, die nicht die richtigen Partnerschaften bilden, verzichten nicht nur auf zusätzlichen Gewinn, sie schränken auch ihre Möglichkeit ein, in Geschäftsmodellinnovation zu investieren.
Peter Halliday, Head of Building Performance and Sustainability bei Siemens

Dies erfordert wiederum ein Know-how, das zunehmend am besten außerhalb des Unternehmens gesucht werden sollte. „Da sich die Innovationszyklen immer schneller drehen, verzichten Unternehmen, die nicht die richtigen Partnerschaften bilden, nicht nur auf zusätzlichen Gewinn, sie schränken auch ihre Möglichkeit ein, in Geschäftsmodell-innovation zu investieren – und schlussendlich auf die aktuelle Marktherausforderung zu reagieren.“

Gebäude in echte Wertschöpfer für Anleger verwandeln

Optimierung der Gebäudeeffizienz – von der Verbesserung der Energieeffizienz über das Verstehen ihrer Auswirkung auf die Kohlenstoffbilanz bis zum Beitrag zur Innovation am Arbeitsplatz – kann zu größerer Wertschöpfung führen. Durch die Reduzierung von Risiken und Linderung des Kostendrucks können Effizienzprojekte Ressourcen freisetzen, die neu in die Bereitstellung neuer und besserer Produkte oder Dienstleistungen investiert werden können.

 

In der öffentlichen Meinung wird Transparenz geschätzt. Unternehmen, die in Datenanalyse, Meldesysteme und -dienstleistungen investieren, sind deshalb besser positioniert: sie können beweisen, was sie behaupten. „Wenn man bedenkt, dass 78 Prozent der Millennials bei ihrer Arbeitsplatzsuche soziale und ökologische Fragen berücksichtigen, wirkt sich Gebäudeeffizienz direkt auf die Fähigkeit eines Unternehmens aus, die für ihre Innovationskraft benötigten qualifizierten Mitarbeiter anzuziehen und zu halten. Darum investiert Siemens in den nächsten drei Jahren €100 Millionen in Effizienzprojekte, mit dem Ziel, bis 2030 klimaneutral zu werden,“ so Peter Halliday.

13.04.2017

Leane Clifton, Journalistin in New York / Magali Epin, Freelance Content Marketer in Bristol, UK.

Bildquellen: Siemens AG 

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