Energiedaten in der Cloud managen

Cloudbasiertes Energiemonitoring unterstützt Elektrotechnik-Großhändler Rexel Germany bei Energieeffizienz und in Beratung.

Der Elektrogroßhändler Rexel Germany beeindruckt durch seine Sortimentsbreite und Logistik – davon zeugt auch das Vertriebszentrum im bayerischen Maisach. Den Weg in Richtung Digitalisierung ebnet das dort neu eingeführte Energiemonitoringsystem: Eingebunden in MindSphere, ermöglicht es Rexel standortübergreifende Analysen und gänzlich neue Services.

Ob tausende Lichtschalter für ein Großprojekt oder eine ganz spezielle Komponente, direkt geliefert auf die Baustelle – bei Rexel wird der Elektroprofi fündig. Rexel Germany (früher Hagemeyer Deutschland GmbH & Co. KG) mit Verwaltungssitz in München betreibt 30 Standorte mit 1.200 Mitarbeitern. Seit 2008 ist das Unternehmen 100-prozentige Tochter und eine der bedeutenden Landesgesellschaften der weltweit tätigen Rexel Group – mit 2.000 Filialen in 26 Ländern einer der führenden Großhandelskonzerne für den Vertrieb von technischen Produkten und Dienstleistungen. Die Innovationen, die Rexel für seine Kunden aus Elektrohandwerk, Handel und Industrie bereithält, nutzt das Unternehmen auch für sich selbst: Digitalisierung, Automatisierung und Industrie 4.0 sind feste Bestandteile der Unternehmensstrategie. Und mit der Installation eines cloudbasierten Energiemonitorings in Maisach setzt die Rexel Group nun konsequent fort, was sie ein Jahr zuvor im österreichischen Zentrallager in Weißkirchen erfolgreich begonnen hat. 

Energieeffizienz-Vorbild im eigenen Haus

Als große Gebäudeinfrastrukturen verbrauchen Logistikzentren überdurchschnittlich viel Energie – so auch bei Rexel in Maisach. Umso wichtiger ist es gerade dort, den Verbrauch möglichst effizient zu gestalten und damit sowohl Kosten als auch CO2-Emissionen einzusparen. Um Optimierungspotenziale auszuloten, sind in erster Linie transparente Energieflüsse und -daten notwendig. Werden diese zusätzlich in cloudbasierte IoT (Internet of Things)-Systeme eingebunden, entsteht daraus wertvolles Wissen, mit dem sich der gesamte Gebäude- und Geschäftsbetrieb optimieren lässt. Beispiel Rexel Austria: Als eines der ersten Unternehmen überhaupt überträgt das Unternehmen die Energiedaten aus seinem österreichischen Zentrallager in Weißkirchen – das aktuell größte Elektrolager Österreichs – inklusive Strom und anderer, thermischer Werte in die IoT-Plattform MindSphere von Siemens. Die Optimierungspotenziale sind enorm: Derzeit verbraucht Rexel Austria am Standort 1,4 Gigawattstunden (GWh) elektrische und 1,3 GWh thermische Energie jährlich. Mithilfe der neuen Energietechnik kann das Unternehmen rechnerisch rund 150.000 Kilowattstunden (kWh) an Strom und 60 Tonnen CO2 sparen, jedes Jahr, plus zusätzlich erwarteter Ersparnisse bei der thermischen Energie. Auch Rexel Germany legt die Messlatte hoch und erwartet Stromkosten-Einsparungen von 25 bis 30 Prozent – als Ergebnis der neuen cloudbasierten Energiemonitoring-Lösung.

Zunehmend dezentrale Energiesysteme und erneuerbare Energiequellen erfordern neue, intelligente Lösungsansätze. Energiemonitoring schafft die Basis dazu.
Ricardo Radowski, Director Business Development, Rexel Germany

Energiemonitoring 24/7

Der Startschuss im deutschen Rexel Vertriebs- und Logistikzentrum in Maisach folgte im September 2018. An dem über 40.000 m2 großen Standort werden seither ebenfalls rund um die Uhr bis auf Anlagenebene elektrische Energiedaten wie Spannung, Strom und Leistung für Einspeisung, elektrische Abgänge und einzelne Verbraucher erfasst. Das eingesetzte Energiemonitoringsystem von Siemens umfasst die Energiemonitoringsoftware powermanager und passende Messgeräte aus dem Sentron-Portfolio. Über 100 Messgeräte der 7KM PAC-Reihe wurden in Systemschränke Sivacon 8MF1 oder in bereits vorhandene Installationsverteiler Alpha verbaut. Neben Energiedaten liefern sie präzise Statusinformationen über die elektrische Energieverteilung, zur exakten manuellen Zählererfassung und zu einem besseren Lastspitzenmanagement. Zusätzlich können anhand der Messwerte die Anlagenzustände und die Netzqualität beurteilt werden.

Gerade auch in der Elektro- und Gebäudetechnik lohnt sich der Einsatz von Cloud-Technologien, also das systematische Auslagern von Daten und IT-Prozessen auf externe Server: So lässt sich der Aufwand für eine eigene IT-Infrastruktur für das technische Gebäudemanagement wesentlich reduzieren. Darüber hinaus wird so ein enormes Datenvolumen generiert, aus dem sich über spezifische Analysen noch präzisere Optimierungs- und Einsparmöglichkeiten identifizieren lassen. Die im Logistikcenter von Rexel erfassten Energiedaten werden über eine Schnittstelle – MindConnect Nano – direkt in das cloudbasierte, offene IoT-Betriebssystem MindSphere von Siemens übertragen. Eine exklusiv für die Rexel Group und gemeinsam mit Siemens entwickelte MindSphere Lösung analysiert die große Menge an Energieverbrauchsdaten und macht Optimierungspotenziale sofort sichtbar. Alle Verantwortlichen bleiben in Echtzeit über die aktuellen Energieflüsse informiert und können – egal von welchem Ort – entsprechende Optimierungsmaßnahmen einleiten.

Vom Handel zur Beratung

Über die Vorteile eines systematischen Energiemonitorings hinaus eröffnen sich für Rexel Germany wie auch schon für Rexel Austria neue Geschäftsmöglichkeiten: Die vielen Erfahrungen, die Rexel mit Siemens bei der Optimierung des eigenen Energieverbrauchs gesammelt hat, kann das Unternehmen jetzt in einem neuen Geschäftszweig einsetzen: bei der Beratung der eigenen Kunden. In einem eigens geschaffenen Showroom in Maisach etwa können Interessenten live erleben, wie sie in ihren eigenen Unternehmen oder wiederum bei ihren Kunden digitale und cloudbasierte Technologien einsetzen und die Energieeffizienz verbessern können: Energiemonitoring wird hier konkret sichtbar – und durch die bereits erzielten Ergebnisse bei Rexel untermauert. Damit entwickelt sich Rexel vom klassischen Elektrogroßhändler zum Serviceanbieter und berät seine Kunden praxisnah, wie Digitalisierung und Industrie 4.0 funktioniert. Im eigenen Unternehmen soll diese Energiemonitoring-Lösung bald an weiteren deutschen Standorten installiert werden.

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