Wie Digitalisierung das Gebäudemanagement verändert

Gebäude und ihre Gewerke liefern permanent Daten. Wertvoll werden sie aber erst, wenn man aus dieser riesigen Menge komplexer Daten aussagekräftige Informationen gewinnen kann. Dafür werden nun auf einer einheitlichen Plattform benutzerorientierte Dienste angeboten. 

Die Digitalisierung macht auch vor der Immobilienbranche nicht halt. So können beispielsweise intelligente Lösungen aus dem Bereich der Gebäudeautomation Heizung, Lüftung, Klima, Beleuchtung und Beschattung optimal steuern und auch die Energieverteilung in bestimmte gebäudetechnische Gewerke einbinden. Gleichzeitig ermöglicht die umfassende Vernetzung sowie die Einbeziehung der Brandschutz-, Sicherheits-, Energieeffizienz- und Evakuierungstechnik eine einheitliche Betriebsführung und zentrale Verwaltung. Mit der bedarfsgerechten Steuerung aller Gewerke lassen sich optimale Bedingungen in allen Bereichen eines Gebäudes schaffen und die Gebäude schnell und kostengünstig an neue Nutzergewohnheiten anpassen.

Digitalisierung spielt auch in der Gebäudetechnik eine immer größere Rolle. Sie wird uns dabei helfen, perfekte Orte zu schaffen.
Josef Stadlinger, Leiter Siemens-Division Building Technologies für Österreich, Russland, Türkei und CEE

„Mit der bedarfsgerechten Konditionierung der einzelnen Bereiche machen wir die Gebäude zu Orten, an denen sich die Benutzer wohl, geborgen und sicher fühlen können“, meint Josef Stadlinger, Leiter der Siemens-Division Building Technologies in Wien, zuständig für Österreich, den CEE-Raum, Russland und die Türkei. Die digitalen Services kommen immer dann ins Spiel, wenn die Gebäude flexibler und nachhaltiger betrieben werden sollen. Um die notwendige Transparenz zu schaffen, verdichten sie durch intelligente Algorithmen die Daten aus den Systemen und Anlagen zu Informationen und geben Empfehlungen, wie die einzelnen Gebäude optimal zu betreiben sind. Gleichzeitig bilden diese Informationen auch die Basis für Entscheidungen im Bereich der vorausschauenden Instandhaltung, des Energiedatenmanagements und der Ressourcenoptimierung.

 

„Schon heute können Gebäudebetreiber mit digitalen Services Medienverbräuche der unterschiedlichsten Gebäude vergleichen und so den Energieeinsatz ohne weitere Investitionen optimieren. Im Grunde genommen entsteht hier genau die Transparenz, die einen Mehrwert erzeugt“, erklärt Stadlinger. „Nicht jeder weiß, dass die neuesten Entwicklungen im Bereich Gebäudeautomation auch zur Leistungs- und Ertragssteigerung beitragen können.“ Durch die Integration von Gewerken und Infrastrukturbereichen können Gebäudebesitzer und -betreiber bei Installations-, Betriebs- und Wartungskosten über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes hinweg beträchtliche Einsparungen erzielen.

Integriertes Gebäudemanagement steigert Performance, Sicherheit und Komfort

Auf einer einheitlichen Plattform bietet Siemens neue benutzerorientierte Dienste an und nutzt dafür die übergeordnete, integrierte Gebäudemanagementplattform Desigo CC. Mit intelligenten Algorithmen können Siemens-Experten regelbasiert klare Grenzen und Leistungsbereiche für die Gebäudetechnik festlegen. Im Gegensatz zum reinen Gebäudeautomationssystem beschränken sich die Analytik-Tools aber nicht nur auf Bereiche HLK, Brandschutz und Sicherheit, sondern beziehen eine Vielzahl zusätzlicher Informationen in Analyse, Benchmarking und Optimierung mit ein. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise Gebäude in Echtzeit überwachen, untereinander vergleichen und Best-Practice-Beispiele finden sowie Schwachstellen von weniger gut performanten Gebäuden beseitigen. Aus der Analyse von Anlagen- und Serviceberichten können Fehler vorhergesagt und verhindert werden. Gleichzeitig hilft die Datenanalyse, ungeplante Ausfallzeiten von Systemen und Komponenten zu reduzieren, deren Betriebseffizienz zu verbessern und die Sicherheit zu erhöhen. Zusätzlich dazu lassen sich über die Plattform auch intelligente Gebäude als Teil von Smart Grids integrieren. Setzt man die bereits vorhandenen Messpunkte und Energiezähler zielgerichteter ein, erleichtert dies die Einführung eines Energiemanagementsystems nach ISO EN 50001.
 

Mit dem übergeordneten Angebot der Digital Services setzt Siemens auf bewährte und sichere Cloud-Computing-Lösungen. In Verbindung mit etablierten Technologien zur Fernwartung, leistungsfähigen Analysemöglichkeiten und Cyber Security-Tools kann man Ressourcen analysieren, vergleichen und optimieren und die vorausschauende Instandhaltung sowie ein übergeordnetes Energiemanagement einführen. Dies ergibt ganz neue Möglichkeiten im Gebäudemanagement: So lassen sich mit Simulationen und Vorhersagen neue Strategien für Liegenschaftsportfolios erarbeiten, entsprechende Energie- und Nachhaltigkeitsstrategien empfehlen und die Budgetierung und Planung aktualisieren.

Service in der City

Siemens bietet seinen Kunden im Gebäudesektor weltweit diese umfassende Leistungspalette in innovativen und zukunftsweisenden Dienstleistungszentren. Die Advanced Service Center (ASC) ermöglichen mittels moderner und intelligenter Technologie den Zugang zu digitalen Services und decken mit erfahrenen Mitarbeitern ein umfassendes gebäudetechnisches Kompetenzspektrum ab. In Europa betreibt Siemens vier solcher Zentren, eines davon befindet sich in der Siemens-Unternehmenszentrale für Österreich und CEE, in der Siemens City in Wien. Dort werden über speziell entwickelte und gesicherte Fernzugänge alle relevanten Systeme und Komponenten von 470 Gebäuden überwacht. Ziel ist es jedoch nicht nur, alle Gebäudedaten zu sammeln, sondern auch strukturiert dem Gebäudemanager zur Verfügung zu stellen.

„Das ASC Wien kann den Gebäuden nicht nur zuhören, sondern sie mithilfe unserer Technologien auch verstehen. Damit bekommen die gesammelten Daten von Gebäuden einen echten Mehrwert und wir eröffnen damit unseren Kunden neue Möglichkeiten, ihr Gebäudeportfolio über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu optimieren“, betont Gernot Schwarz, Leiter des ASC Wien. „Wichtig ist uns dabei, dass sich die individuellen und modular aufgebauten Leistungen des ASC entsprechend der kundenseitig verfügbaren Ressourcen und Kompetenzen nahtlos in den Betrieb und die Planung der Liegenschaften eingliedern. Damit können unter Berücksichtigung gesetzlicher Anforderungen angemessene ökonomische und ökologische Entscheidungen getroffen werden.“

 

Bei Bedarf können via Fernwartung vom ASC aus Fehler behoben werden. Sollte der Einsatz eines Technikers vor Ort notwendig sein, so weiß er schon vorher, welche Ersatzteile benötigt werden und wo sich die Fehlerquelle befindet.

„In Zukunft werden die Vorhersagedaten eine noch größere Rolle spielen. Ziel ist eine Verknüpfung unserer intelligenten Analysetools mit Informationen aus den Power-Management-Tools beispielsweise über verfügbare Energiespeicher im Gebäude oder mit einer zeitnahen Prognose, welchen Beitrag erneuerbare Energien zum Energiehaushalt eines Gebäudes beisteuern können. Daraus leiten sich optimale Aktionen ab, ob Last geschoben, Strom verbraucht, in einer anderen Energieform gespeichert oder regenerativ selbst erzeugt werden soll. Gebäude werden damit zum integralen Bestandteil eines intelligenten Energienetzes, des sogenannten Smart Grid – also einer echten Verknüpfung von intelligenten Gebäuden mit intelligenten Stromnetzen“, so Schwarz weiter.

25.04.2017
Bilder: Siemens AG

 

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