Warum sind wir im Winter häufiger erkältet?

Sobald der Herbst vorbei ist und die ersten Schneeflocken fallen, erreichen Erkältungs- und Grippewellen ihren Höhepunkt. Gewöhnlich machen wir dafür Regentage, Minustemperaturen oder Kollegen verantwortlich, die den ganzen Tag im Büro niesen. Die eigentliche Ursache steht jedoch in direktem Zusammenhang mit dem Raumklima – und das können wir zum Glück beeinflussen. 

Nach Angaben des Center for Disease Control and Prevention (CDC) sind Erkältungskrankheiten, im Fachjargon Influenza genannt, der Hauptgrund, weshalb Kinder die Schule ausfallen lassen und Erwachsene an mehreren Tagen im Jahr nicht zur Arbeit gehen. Jedes Jahr im Winter sind 5-15% der Bevölkerung davon betroffen.

 

Erklärungsversuche für diese Krankheitswellen gibt es viele, und sie reichen von einem Mangel an Vitamin D bis hin zu Aussagen, dass „man Erkältungen bekommt, weil es draußen kalt ist“. Es ist allgemein bekannt, dass Vitamin D einen starken und direkten Einfluss auf unseren Körper hat. Neuere klinische Studien belegen jedoch, dass eine höhere Dosis an Vitamin D die Widerstandsfähigkeit gegen Grippe nicht wesentlich beeinflusst.

 

Ein weiteres häufig vorgebrachtes Argument lautet, dass wir in der kalten Jahreszeit deutlich mehr Zeit in Gebäuden verbringen, wodurch die Infektionsraten steigen. Wohnungen, Büros, Supermärkte, öffentliche Verkehrsmittel usw. sind nicht nur voller Menschen, sondern auch voller Viren. Bei kalter Witterung können Viren in Innenräumen vortrefflich gedeihen. Doch was geschieht hier wirklich?

Trockene Raumluft bietet optimale Bedingungen für die Übertragung von Viren

Beim Husten und Niesen werden winzig kleine Tröpfchen voller Viren in der Luft verteilt. Trockene Luft bietet den Viren optimale Bedingungen, um in den kleinen Tröpfchen zu überleben. Zu allem Überfluss lässt die trockene Luft diese Tröpfchen noch kleiner werden, so dass sie viel länger in der Luft umher schweben. Diese beiden Effekte bewirken, dass die Viren von Personen in der Nähe des Niesers bei trockener Raumluft wesentlich leichter eingeatmet werden.

Ein perfektes Raumklima ist weder zu trocken noch zu feucht 

Im Winter ist die ins Gebäude strömende Außenluft bereits ziemlich trocken. Durch das Heizsystem im Gebäude wird die Luft noch trockener – ideale Voraussetzungen, damit Husten- und Schnupfenviren besonders lange in der Luft überleben und die Virusübertragungsraten maximieren können. Obwohl Erkältungen und Grippen natürlich auch mit den Jahreszeiten zu tun haben, können wir heute die Krankheits- und Fehlzeiten der Mitarbeiter durch Überwachung und Regulierung der Luftfeuchtigkeit erheblich reduzieren.

 

Die relative Luftfeuchtigkeit (RH) ist das geläufigste Maß für die Luftfeuchtigkeit. Sie gibt den prozentualen Wasserdampfgehalt in der Luft an. Im Winter kann die relative Luftfeuchtigkeit auf unter 30% sinken, während die Luftfeuchtigkeit im Sommer zumeist viel höher ist und oft über 70% liegt. Die gute Nachricht ist, dass sich die Übertragung von Erkältungs- und Grippeviren um bis zu 70% reduzieren lässt, wenn man die relative Luftfeuchtigkeit auf einen Wert zwischen 40 und 60% einstellt.

 

Um mehr über die Regulierung der Luftfeuchtigkeit und das Produktportfolio von Siemens für ein gesundes Raumklima zu erfahren, besuchen Sie unsere Website zum Thema Raumautomation.

Quellen:

 

20.01.2019

Bilder: Hoxton/Gettyimage

 

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