Wie man Städte resilienter macht 

Auf die lokalen Bedingungen zugeschnittene Siemens-Technik hilft Städten rund um den Globus, widerstandfähiger zu werden und sich besser gegen Naturkatastrophen zu wappnen.

 

Weltweit verursachen Naturkatastrophen immer öfter kurzzeitige Schäden und erfordern langfristige Investitionen in Maßnahmen zur Vorsorge und Risikobekämpfung. Schätzungen zufolge hat 2012 allein Hurricane Sandy einen Schaden von fünfzig Milliarden US-Dollar verursacht, hauptsächlich in New York. Städte müssen widerstandsfähiger werden, um sich gegen die Folgen von Naturkatastrophen zu wappnen.

 

„Resilienz“ oder Widerstandsfähigkeit meint die Fähigkeit, die Folgen solcher Ereignisse zu überwinden und für Kontinuität zu sorgen, indem man so schnell wie möglich den Normalzustand wiederherstellt. Für eine Stadt bedeutet Widerstandsfähigkeit, eine Infrastruktur zu haben, die solch widrigen Ereignissen standhält und die baldige der Rückkehr zur Tagesordnung ermöglicht. Draus folgt, dass Investitionen in eine robuste Infrastruktur sowie deren Pflege und Instandhaltung priorisiert werden müssen, um Schäden und Ausfallzeiten zu minimieren und sowohl Effizienz als auch Zuverlässigkeit zu steigern.

 

Gemeinsam mit der NY Regional Plan Association und der Consulting-Firma Arup hat Siemens eine Studie durchgeführt, um herauszufinden, wie Städte ihre Widerstandsfähigkeit gegen Naturkatastrophen ausbauen können. Dabei werden die Kosten der Schadensbehebung gegen die Investitionen aufgewogen, die es braucht, um eine widerstandsfähige, robuste Infrastruktur aufzubauen. Während die Kosten der Schadensbehebung unvorhersehbar aber in der Regel sehr hoch sind, zeigt die Studie, dass eine Investition in die infrastrukturelle Widerstandsfähigkeit auch die Kosten- und die Energieeffizienz sowie die Sicherheit urbaner Infrastruktur erhöht.

 

Die folgenden Beispiele demonstrieren, wie auf die örtlichen Gegebenheiten zugeschnittene Siemens-Technik dafür sorgen kann, dass Infrastrukturelemente entscheidende Serviceleistungen erfüllen, etwa indem sie effektiv und verlässlich Energie, Mobilität, Sanitärversorgung, Informationen und Notfallmaßnahmen garantieren, und zwar unabhängig vom Bevölkerungswachstum und der weltweit zunehmenden Ausdehnung der Städte.

Naturkatastrophen können wir nicht verhindern, aber mit unserem Wissen und unseren Technologien können wir unsere Infrastrukturen besser schützen.
Roland Busch, Vorstandsmitglied der Siemens AG.

Sheikh-Zayed-Tunnel, Abu Dhabi

Fakten:

  • Acht Fahrspuren
  • 4,2 Kilometer lang
  • Ende 2012 eröffnet
  • Hochauflösende Videoüberwachung für Echtzeit-Verkehrsleitsysteme

Features:

  • Echtzeit-System- und Kommunikationsüberwachung zur schnellen Wiederherstellung des Verkehrsflusses informiert den Tunnelbetreiber über Staus, Rauchentwicklung, Hindernisse, Geisterfahrer und andere Gefahren im Tunnel.  
  • Einsatzfahrzeugen kann Vorfahrt gewährt werden, und einzelne Fahrbahnen lassen sich zur raschen Beseitigung von Störungen und für schnellere Anfahrt der Rettungskräfte abriegeln.
  • Kameras und andere intelligente Videosysteme von Siemens kommunizieren über ein redundantes Backbone-Netzwerk mit doppelten 846 Terabyte Digitalbildspeicher- und Videoanalyse-Systemen.

Hängebrücke in Izmit, Türkei (im Bau)

Fakten:

  • Gesamtlänge: 1,550 Meter
  • Fahrbahn verläuft in 60 Meter Höhe
  • Zwei Brückenpfeiler mit 250 Meter Höhe
  • Ständige Überwachung des Objekts ermöglicht im Notfall dessen sofortige Sperrung

Features:

  • Sensoren registrieren statische Belastungen und blockieren im Notfall (etwa einem Erdbeben) die Brücke
  • Das Structural Health Monitoring System, eine Siemens-Technologie zur Überwachung der strukturellen Integrität, überwacht die Seiten- und Längsausdehnung der Brücke und das Schwanken der Brückenpfeiler mit GPS-Sensoren.
  • Videoübertragung von Verkehrsdaten in die integrierte Betriebs- und Verkehrsleittechnikzentrale

Gasisolierte Hochspannungsschaltanlage, Hong Kong

Fakten:

  • GIS garantiert eine Zuverlässigkeit von 99.998 Prozent bei der Stromversorgung
  • Seit 2001 wurden 22.000 Mittelspannungs-GIS-Switchgear Panels ausgeliefert

Features:

  • Wasserdichte GIS-Anlage garantiert unterbrechungsfreien Betrieb bei extremen Wetterverhältnissen (zum Beispiel einem Taifun)
  • Leichtbaukonstruktion, kann zur Vermeidung von Überflutung auf Pfeilern installiert werden  
  • Kompaktes und robustes GIS ist in abgedichtete Edelstahlcontainer eingeschweißt, für einen nahezu wartungsfreien Betrieb über die gesamte Lebensdauer des Systems

Notstromversorgung, Riverside Shore Memorial Hospital, USA

Fakten:

  • Drahtlose 3.65-Gigahertz-WiMAX-Ethernet-Verbindungen
  • Informationen über den Status der 25/14.4-Kilovolt-Zuleitung werden an das Kontrollzentrum weitergeleitet
  • Stromversorgung innerhalb von 400 Millisekunden wiederhergestellt

Features:

  • Siemens Distribution Feeder Automation (SDFA) versorgt ein abgelegenes Krankenhaus in Nassawadox, Virginia im Notfall mit Strom.
  • Ersatz für Treibstoffgenerator in einem Gebiet, das regelmäßig von Spannungsabfällen und Stromausfällen oder anderen Netzstörungen aufgrund von Stürmen und Orkanen betroffen ist.
  • Der Versorger A&N setzt auf SDFA um schadhafte Netzabschnitte zu finden, zu isolieren und an eine andere Stromquelle anzuschließen.
  • Recloser und Automatisierungscontroller entlang der 32 Kilometer langen Zuleitung gewährleisten eine Zuverlässigkeit der Stromversorgung, die städtischen Gebieten in nichts nachsteht. 

 

30.10.2015

Christopher Findlay, Journalist in Zürich

Bildquellen: Illustration von Alex Walker, Fotos von Shoaib Anwer und Siemens AG

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