Die Lücke in der Energieversorgung schließen 

Für Milliarden von Menschen ist es eine Selbstverständlichkeit, aber der Zugang zu Strom kann Menschen und ganzen Nationen Hoffnung geben oder ebendiese zunichte machen. Er trennt Industrie- und Entwicklungsländer, in letzteren leben rund 850 Millionen Menschen noch immer ohne Zugang zu elektrischer Energie. Unsere Vision ist es, diese Lücke zu schließen und den Übergang zu einem kohlenstoffarmen Energiesystem voranzutreiben.
Die Energiewende

Zugang zu verlässlichem und bezahlbarem Strom für alle

In den vergangenen hundert Jahren haben immer mehr Menschen Zugang zu verlässlichem und bezahlbarem Strom erhalten. Doch noch immer leben rund 850 Millionen Menschen ohne Strom, wie die Internationale Energieagentur berichtet. Aber nicht nur die Menschen sind davon betroffen. Auch Schulen, Krankenhäuser, Unternehmen, Städte und Industrien brauchen Strom, um zu bestehen und sich weiterentwickeln zu können.

Den Alltag ohne Strom zu meistern kann eine große Herausforderung sein. Stellen Sie sich ein Leben unter extremen Umweltbedingungen und ohne Zugang zu Heizung oder Kühlung vor. Stellen Sie sich vor, ohne warme Mahlzeit, ohne moderne, lebensrettende medizinische Geräte im Krankenhaus oder ohne Zugang zum Internet und seinen unzähligen Möglichkeiten auskommen zu müssen. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

 

Der Zugang zu Strom ist ohne Zweifel ein menschliches Grundbedürfnis und das Rückgrat der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung eines Landes. Die Nachfrage nach Strom steigt und die Welt braucht eine nachhaltige, bezahlbare und verlässliche Energieversorgung. Daher ist es unser Ziel, eine stetige Energiewende hin zu nachhaltigeren, grüneren Energiesystemen zu unterstützen und voranzutreiben.

 

Weltweit tätige Unternehmen spielen in diesem Kontext eine wichtige Rolle. Die politischen Entscheidungsträger aber müssen die Führung übernehmen und Rahmenbedingungen für die Förderung von Innovationen und Investitionen mit Blick auf eine nachhaltige Zukunft der Energie schaffen. Echte Nachhaltigkeit bringt drei Aspekte miteinander in Einklang: Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft.

Nach Aussage der internationalen Energieagentur (IEA) ist der Anteil erneuerbarer Energien an der weltweiten Stromerzeugung im Jahr 2018 auf 26 Prozent gestiegen. Tatsächlich sind die heutigen Energiesysteme jedoch noch immer von fossilen Energieträgern abhängig. Kohle, Erdgas und Erdöl sowie Kernenergie sind nach wie vor unabdingbar, um den weltweiten Energiebedarf zu decken.

 

Es wurden bereits wichtige Fortschritte erzielt, der erforderliche Umbau vorhandener Infrastruktur benötigt jedoch Zeit. Der Weg zur Bewältigung der Energiewende ist für jedes Land und jedes Energiesystem unterschiedlich, je nach politischer Situation, Ressourcen und Bedürfnissen.

Keine schnelle Lösung

Der Klimawandel ist Realität. Wir haben erkannt, dass eine weitreichende Dekarbonisierung notwendig ist, um diese Herausforderung zu meistern. Die kollektive Antwort war die Forderung nach einer Förderung und Integration erneuerbarer Energien. Das sind wichtige und richtige Lösungsstrategien, sie reichen aber allein nicht aus, um die weltweite Energienachfrage zu decken.

 

Der Anteil erneuerbarer Energien wächst und sie sind ein wichtiger Bestandteil des Energiemixes der Zukunft. Als intermittierende Energiequellen sind sie jedoch nicht in der Lage, konstant eine ununterbrochene Energieversorgung zu gewährleisten. Fossile und erneuerbare Energieträger werden daher auf absehbare Zeit nebeneinander bestehen.

 

Wenn wir bestehende Systeme aufgeben, ohne für ausreichendenden Ersatz zu sorgen, ist die Versorgung und der Zugang zu verlässlicher und bezahlbarer Energie nicht gewährleistet. Die Herausforderung ist komplex und kann nicht durch eine einzelne Technologie bewältigt werden.

 

Siemens setzt sich das Ziel, die Dekarbonisierung über alle Sektoren hinweg voranzutreiben und damit einen Beitrag zu leisten.

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Im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit und unserer kollektiven Anstrengungen müssen Lösungen stehen, mit denen wir unser Dekarbonisierungsziel umsetzen und gleichzeitig eine akzeptable Balance zwischen Energiesicherheit und Bezahlbarkeit für die Verbraucher finden. Wir alle – Industrie, Politiker und jeder Einzelne – müssen gemeinsam zur Beschleunigung der Energiewende beitragen.

Ein kurzfristiger Ansatz ist die Aufrüstung der Energieinfrastruktur und bestehender Anlagen durch hocheffiziente und modernste Technologien. Das Ergebnis ist eine Wertsteigerung der Anlagen und eine Reduzierung der Emissionen im Betrieb. Während einige Lösungen nur über einen längeren Zeitraum von drei bis fünf Jahren und zusätzlichen Investitionen und Ressourcen umgesetzt werden können, lassen sich andere sofort verwirklichen. Kompakte, sofort einsatzfähige und mobile Gasturbinen können weniger effiziente Dieselgeneratoren ersetzen, die gewöhnlich in schwer zugänglichem Terrain eingesetzt werden. Sogar schwimmende Anlagen für Küstenstädte sind verfügbar. Bei Gas- und Dampfturbinen ist eine Aufrüstung, eine Betriebsoptimierung oder ein Austausch möglich, wobei die vorhandene Infrastruktur in weiten Teilen erhalten bleibt und modernisiert wird.

 

Hybridlösungen sind der nächste Schritt in dieser Entwicklung. Diese Lösungen verbinden unterschiedliche Technologien in einer Anlage, zum Beispiel Gasenergie und Solarstromspeicher. Hybridlösungen sind zuverlässig und flexibel da sie nicht benötigte Energie im System speichern.

 

Maßnahmen zur Dekarbonisierung sind auch in der Öl- und Gasindustrie präsent und notwendig. Wir können innovative Technologien in neuen Anlagen installieren und die vorhandene Basis in der Branche aufrüsten. Diese Möglichkeit sollten wir nutzen. Mit Technologien zur Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung können wir einen erheblichen Beitrag zur Dekarbonisierung in der Öl- und Gasindustrie leisten.

 

Neue Technologien sind wichtige Verbündete: Sie helfen uns bei der Dekarbonisierung der vorhandenen Energieinfrastruktur. 

Das große Ziel ist die möglichst effiziente und integrierte Bereitstellung grüner, CO2-neutraler Energie im gesamten Energiesystem. Diese soll, im Einklang mit der anvisierten Ausweitung des Anteils erneuerbarer Energien, über alle Energiesektoren – Strom, Heizung, Mobilität, Gebäude usw. – hinweg erfolgen.

 

Aus der Sektorenkopplung ergeben sich neue Möglichkeiten, die Herausforderungen des Klimawandels zu bewältigen und gleichzeitig eine bezahlbare und zuverlässige Energieversorgung zu gewährleisten. Dezentrale Energiesysteme sind auf dem Vormarsch und ermöglichen durch die zunehmende Dezentralisierung des Stromnetzes eine schnellere Einbindung erneuerbarer Energien. Ihre Stärke ist die Erzeugung, Speicherung und Verteilung grüner Energie. Smarte Infrastrukturen verbinden alle Teile des Ökosystems. Proaktive Verbraucher können Last- und sogar Speicherkapazitäten flexibel bereitstellen. Intelligente Stromspeicher, zum Beispiel Batterien für den privaten und industriellen Bereich, und die eMobility-Ladeinfrastruktur sind gute Beispiele. Aber auch die Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien für die Wärmeerzeugung (Power-to-Heat) ist machbar – heißes Wasser ist bestens zur Energiespeicherung geeignet. Wenn die Energiesektoren auf diese Weise gekoppelt werden, können Schwankungen bei der Stromerzeugung durch Wind und Photovoltaik mit eigenen Stromüberschüssen kompensiert werden.

 

Die zweite wichtige Größe bei der Dekarbonisierung in allen Energiesektoren ist Wasserstoff bzw. synthetischer Kraftstoff. Aus Stromüberschüssen gewonnener Wasserstoff und synthetischer Kraftstoff kann genutzt werden, um elektrische Energie in großem Maßstab zu speichern und grüne Energie für Anwendungen in den Bereichen Mobilität, Heizung und Landwirtschaft zu nutzen. Auch bei der Wiederverwendung dieser Energie zur Stromerzeugung in Gasturbinen wird die vorhandene Infrastruktur auf smarte Weise genutzt.

 

Die Elektrolyseur-Technologie wurde noch nicht in vollem Umfang realisiert. Zunächst müssen bei dieser Technologie ähnliche Fortschritte wie in der Solarindustrie erzielt werden. Die Erforschung und Entwicklung von Wasserstoffanwendungen kommt jedoch in Fahrt. Bei unserem neuesten Forschungsprojekt in Leuna, Deutschland, soll eine Elektrolyseanlage entstehen, die mit einer Leistung von 100 Megawatt industriellen Maßstab erreicht.

 

Die Umgestaltung von Energiesystemen ist mit großen Herausforderungen verbunden. Sie ist ein komplexer und langwieriger Prozess, der große gemeinschaftliche Anstrengungen von Regierungen, Unternehmen und Bürgern erfordert.

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