Zukunft braucht Herkunft

Wo kommen wir her und wo wollen wir hin? Nur wer sich seiner eigenen Herkunft und Entwicklung bewusst ist, ihre zentralen Wegmarken wie ihre Besonderheiten kennt, kann die Zukunft erfolgreich gestalten.
Charakteristika von Siemens

Die Zukunft gestalten

Siemens hat die technologische Entwicklung Deutschlands, Europas und der Welt in den vergangenen gut 170 Jahren auf beeindruckende Weise geprägt. Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen hat es dabei Herausforderungen und Krisen gemeistert und aus ihnen gelernt. Die Zukunft aktiv zu gestalten war stets das prägende Leitmotiv aller Firmenlenker, von Werner von Siemens bis zu Joe Kaeser. Dieser Anspruch hat aus dem Zehn-Mann-Betrieb in der Schöneberger Straße 19 in Berlin einen global tätigen Konzern gemacht. Was unterscheidet Siemens von vielen anderen Unternehmen? Es sind die Attribute innovativ, qualitäts- und kundenorientiert, international, krisenerprobt und wandlungsfähig sowie verantwortungsvoll. Sie machen Siemens seit jeher stark und einzigartig, in guten wie in schwierigen Zeiten. Kommen Sie mit auf eine spannende Reise in unsere Firmengeschichte, und erfahren Sie, was Siemens zu dem Unternehmen gemacht hat, das es heute ist. Denn Zukunft braucht Herkunft.
Innovativ

Von der Dynamomaschine bis zu MindSphere

Seit über 170 Jahren bilden wegbereitende Technologien das Fundament von Siemens. Dass der Weg dabei nicht immer geradlinig verläuft, macht Lernen und Verbesserungen erst möglich. Werden Sie Zeuge wichtiger Innovationen und Herausforderungen, die unsere Entwicklung geprägt haben.

Hintergrundinformation: Wie Megaprojekte entstehen – Irland und Ägypten als Vorzeigebeispiele

Als Irland 1922 unabhängig wird, ist der größte Teil des Landes noch ohne Elektrizität. Abgesehen von einigen größeren Städten wie Dublin und Cork ist das Land „elektrisch gesprochen, gänzlich unberührt“.

2015 sagt Ägypten den Stromausfällen den Kampf an und erteilt Siemens den größten Auftrag aller Zeiten. Die Mission: Strom für 45 Millionen Menschen erzeugen. 

Mehr über die Megaprojekte in Irland und Ägypten

Ideen an und für sich haben nur einen geringen Wert. Der Wert einer Erfindung liegt in ihrer praktischen Durchführung.

Werner von Siemens, Unternehmensgründer, 1851

Qualitäts- und kundenorientiert

Von der Wartung des russischen Staatstelegrafennetzes bis zum Digital Hub in Singapur

Der Kunde steht im Mittelpunkt unseres Handelns – und das seit mehr als 170 Jahren. Aber Kundenorientierung will gelernt, umgesetzt und immer wieder auf den Prüfstand gestellt sein. Schon Firmengründer Werner von Siemens sagte: „Nur wer das Beste liefert, bleibt schließlich oben, und ich ziehe immer die Reklame durch Leistung der durch Worte vor.“
International

Von Berlin über London und St. Petersburg in die Welt

Siemens wird schon früh ein internationales Unternehmen. Heute ist der Konzern in rund 200 Ländern der Welt zu Hause – ein Global Player durch und durch. Dabei begleitet das Unternehmen viele Länder bei ihrer wirtschaftlichen wie gesellschaftspolitischen Entwicklung, leistet Aufbauhilfe, indem es beispielsweise durch Krieg zerstörte Infrastruktur wieder instand setzt, und sucht nicht gleich das Weite, wenn es einmal schwierig wird – politisch oder wirtschaftlich. 

Die Zeit der nationalen Abgeschlossenheit ist vorüber. Wir müssen erkennen, dass wir heute in der Welt voneinander abhängig geworden sind.

Carl Friedrich von Siemens, Sohn des Firmengründers, 1931

Krisenerprobt und wandlungsfähig

Von den ersten Absatzschwierigkeiten bis zur Compliance-Krise

Unternehmen müssen krisenerprobt und wandlungsfähig sein. Alle großen Unternehmen sind im Verlauf ihrer Geschichte mit sinkenden Margen, stagnierendem Wachstum, fallenden Aktienkursen, Absatzeinbrüchen, Finanzierungsproblemen oder ähnlichen Herausforderungen konfrontiert. Dabei sind es häufig gerade die besonderen Herausforderungen, mit denen das Unternehmen wächst, sind es die Krisen, die Siemens auch als Chance nutzt.

Substanzverlust infolge der beiden Weltkriege und anschließender Wiederaufbau

Das Auslandsgeschäft von Siemens expandiert bis 1913 analog zur deutschen Elektroindustrie kontinuierlich. Der 1914 beginnende Erste Weltkrieg bedeutet jedoch einen tiefen Einschnitt, der auch und gerade das internationale Geschäft beeinträchtigt. Erst ab 1923 gelingt es Siemens, international wieder Fuß zu fassen, so in Japan, dann in China oder auch Irland. Doch die verstärkte internationale Ausrichtung ist nicht von Dauer. Sie endet abermals abrupt mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Wieder verliert Siemens einen Großteil seiner ausländischen Märkte, Patente und Markenrechte. Die Folgen des Krieges bedrohen das Unternehmen ernsthaft. Der Verlust der Unternehmenssubstanz wird sogar als doppelt so hoch beziffert wie nach dem Ersten Weltkrieg. Hinzu kommt der unersetzliche immaterielle Schaden, der sich im Verlust an geistigem Kapital, an treuen und loyalen Mitarbeitern sowie an Geschäftskunden und Partnern zeigt.

Und wie reagiert die Firmenleitung? Sie setzt auf Wachstum im Ausland, und das Unternehmen erlebt einen langsamen, aber kontinuierlichen Aufschwung, der es an die Weltmärkte zurückbringt. Parallel gelingt es, nicht nur die beschlagnahmten Auslandsgesellschaften, sondern auch die Besitzrechte an Patenten und Marken zurückzuerwerben. Die Krise, die beinahe die völlige Vernichtung des Unternehmens heraufbeschworen hat, ist bewältigt. Anpassungsfähigkeit, das Vertrauen in die eigenen Stärken und die Rückbesinnung auf die technologische Kernkompetenz sowie die Beharrlichkeit und Ausdauer, die bereits die Gründergeneration des Unternehmens auszeichnet, helfen Siemens hierbei.

Verantwortungsvoll

Von der ersten Erfolgsbeteiligung bis zum „Business to Society“-Konzept

Vertrauen und die Übernahme von Verantwortung sind seit jeher der Kitt, der Menschen weltweit zusammenhält – in Politik und Gesellschaft, aber auch und gerade in ökonomischen Zusammenhängen, denn „Wirtschaft ist auf Vertrauen aufgebaut“.

Eigentümerkultur als Leitlinie

Verantwortungsvolle Führung, die Freiraum für Kreativität gewährt, basiert auf dem Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter und deren Eigenverantwortung: Dies ist der Kern der Eigentümerkultur, auf den sich Siemens seit der Gründung bis heute besinnt. Schließlich sind es die Mitarbeiter, die durch ihre Produkte und ihre Arbeit die Vertrauensbildung nach außen, zu den Kunden und zur Gesellschaft, nachhaltig festigen. Dies ist schon früh das Anliegen des Unternehmensgründers; es spiegelt sich in zahlreichen sozialpolitischen Maßnahmen wider, die nach wie vor Bestand haben und auf die sich die Mitarbeiter verlassen können.

Maßnahmen zum Umweltschutz

Eine Balance zwischen ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Zielen zu erreichen ist Leitlinie der Siemens-Nachhaltigkeitsstrategie. Sie setzt in ökologischer Hinsicht darauf, durch innovative Produkte und Lösungen die eigene Umweltbilanz und die der Siemens-Kunden zu verbessern. In ökonomischer Hinsicht baut sie auf langfristige Wertschöpfung mit innovativen Produkten und Lösungen. Und in gesellschaftlich-sozialer Hinsicht verfolgt sie das Ziel, sich für die Mitarbeiter sowie das eigene Umfeld zu engagieren. Leitsätze zum Umweltschutz gelten für Mitarbeiter und Lieferanten gleichermaßen verbindlich.

Wie ernst Siemens den Faktor „verantwortungsvoll“ nimmt, zeigt sich auch darin, dass das Unternehmen 2001 dem United Nations Global Compact beitritt, der weltweit größten und wichtigsten Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung. Auf Grundlage seiner zehn universellen Prinzipien zu Menschenrechten, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsprävention verfolgt der Global Compact die Vision einer nachhaltigen Weltwirtschaft zum Nutzen aller Menschen, Gesellschaften und Märkte.

Ausblick

Zukunft braucht Herkunft

Innovativ, qualitäts- und kundenorientiert, international, krisenerprobt und wandlungsfähig sowie verantwortungsvoll zu sein – diese Eigenschaften haben Siemens durch seine Geschichte geführt und im Verlauf von mehr als 170 Jahren zu dem Unternehmen gemacht, das es heute ist. Indem sich Siemens seine Herkunft immer wieder vor Augen führt und lebendig werden lässt, leistet es einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Gestaltung der Zukunft.

„Was immer wir tun, muss einen nachhaltigen Nutzen haben und Mehrwert stiften – für unsere Aktionäre, Mitarbeiter, Kunden sowie für unsere Geschäftspartner und die Gesellschaft“. Dieser Appell des Vorstandsvorsitzenden Joe Kaeser ist eng mit der Gedankenwelt des Firmengründers Werner von Siemens verbunden, der die übergeordnete Maxime des noch jungen Unternehmens eindrucksvoll formuliert, indem er sagt: „Für augenblicklichen Gewinn verkaufe ich die Zukunft nicht!“

 

Gleichermaßen von den beiden Polen der Siemens-Geschichte kommend, schreiben auf diese Weise Vergangenheit und Gegenwart eine auf die Zukunft gerichtete Maxime ins Stammbuch des Unternehmens: Gestaltet die Zukunft im Interesse derer, für die ihr tätig seid und die auf euch vertrauen. Oder – wie es Werner von Siemens 1854 seiner Frau Mathilde schrieb: 

In dem ‚Ich will‘ liegt eine mächtige Zauberkraft, wenn es ernst damit ist und Tatkraft dahintersteht!