Sprungbrett nach Asien

Siemens und Singapur: Partner seit 110 Jahren

Siemens und Singapur verbindet eine mehr als 100 Jahre währende Partnerschaft: vertrauensvoll, innovativ und zukunftsorientiert. Die südostasiatische Metropole gilt als eines der modernsten Länder der Welt – und Siemens hat einen wesentlichen Anteil daran.

Über Singapur nach Südostasien – Eine Basis für langfristigen unternehmerischen Erfolg

Bereits vor mehr als 100 Jahren erkennt man bei Siemens die Bedeutung Singapurs als Sprungbrett nach Südostasien. Die strategisch günstig gelegene Hafenstadt an der Südspitze der malayischen Halbinsel ist ein ideales Drehkreuz zur Erschließung südostasiatischer Märkte. Singapur, das von seiner Lage an der historischen Gewürzroute von Ostasien nach Indien und Europa profitiert, gehört zu den sogenannten Straits Settlements, einer Reihe territorialer Niederlassungen des britischen Kolonialreichs an der Straße von Malakka. Siemens gelingt es zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Singapur Fuß zu fassen und zu einem wichtigen Bestandteil des ökonomischen und technologischen Aufstiegs der Hafenstadt zu werden – und das bis heute.

Über 110 Jahre hinweg sind zahlreiche Projekte aus den Bereichen Energie, Kommunikation, Automatisierung und Verkehr ein eindrückliches Zeichen einer anhaltenden und erfolgreichen Partnerschaft, die im Jahr 2001 eine besondere Ehrung erfährt: Siemens erhält als „Distinguished Partner in Progress“ die höchste Auszeichnung der Regierung Singapurs zur Würdigung seines Beitrags zur Wirtschaft des Landes. Welche strategische Bedeutung als Knotenpunkt die Metropole für Siemens heute noch hat, zeigt sich an dem erst jüngst gestarteten Projekt eines Digitalisierungs-Hubs, einem weiteren Schritt auf dem Weg zur Digitalisierung der Welt.

Gemeinsam stark – die Gründung eines Technischen Büros

Dabei beginnt zunächst alles ganz klein. Im Mai 1908 verständigen sich die damaligen Siemens Stammgesellschaften, Siemens & Halske und die Siemens Schuckertwerke, gemeinsam mit der englischen Niederlassung Siemens Brothers & Co. Limited in Singapur zum 1. Juni 1908 ein Technisches Büro zu gründen. Da Singapur als Teil der Straits Settlements zum britischen Kolonialreich gehört, agiert die für das englische Energiegeschäft zuständige Siemens Brothers Dynamo Works Limited federführend und das am 1. August eröffnete Büro fungiert als Generalvertretung auf der malayischen Halbinsel. Wie damals üblich, holt man sich Verstärkung ins Boot. An der Interessengemeinschaft der drei Siemens Unternehmen wird die Firma Behn, Meyer & Co. Limited, Singapore beteiligt. Als vor Ort bestens vernetzte Agentur soll Behn, Meyer & Co. Siemens „jedwede Hülfe durch Ausnützung ihrer Geschäftsverbindungen, ihrer Kenntnisse, Erfahrungen u.s.w. zur Verfügung stellen“, wie es im Vertrag von 1908 heißt.

Gemeinsam will man nun die Straits Settlements und die Federated Malay States mit der „Ausführung grösserer elektrischer Unternehmungen, wie vollständige Centralen (Kraftwerke), Bahnen etc.“ versorgen. Singapur wird für Siemens zum Sprungbrett nach Südostasien. Die Konstellation mit einem eigenen Büro vor Ort ist aber nicht von Dauer. Die englische Tochtergesellschaft scheidet im Zuge des Ersten Weltkriegs aus dem Siemens-Unternehmensverbund aus, als die englische Regierung 1914 alle Aktien von Siemens Brothers beschlagnahmt und an britische Staatsbürger verkauft. Siemens gelingt es dennoch, in Singapur aktiv zu bleiben, indem Vertretungsabkommen mit ansässigen Firmen geschlossen werden – eine Praxis, die bis 1979 anhält. In diesem Jahr gründet das Unternehmen mit der Siemens Pte. Limited seine erste eigene Landesgesellschaft vor Ort – es ist der konsequente Schritt in einer erfolgreichen Partnerschaft.

Zukunftstechnologien im Fokus – Nachhaltigkeit und Digitalisierung bilden die Schwerpunkte seit 2000

Eine Partnerschaft im Fluss – Gemeinsame Forschung und Entwicklung in der Wassertechnologie

Ressourceneffizienz, Nachhaltigkeit und Bevölkerungswachstum gehören zu den vordringlichen Themen, mit denen sich moderne Ballungszentren wie Singapur im neuen Jahrtausend konfrontiert sehen. Eines der wichtigsten Anliegen der Metropole ist eine gesicherte und ausreichende Wasserversorgung. Singapur, mit seiner rund fünf Millionen zählenden Bevölkerung auf engstem Raum ist in besonderem Maße auf die effiziente und nachhaltige Bereitstellung von Trinkwasser angewiesen. Um dieses Ziel zu erreichen und langfristig für einen steigenden Bedarf gerüstet zu sein, beabsichtigt Singapur zum führenden Technologiestandort für modernste Wasseraufbereitung zu werden. In Siemens findet die Metropole in den 2000er Jahren einen idealen Partner. 2006 errichtet das Unternehmen gemeinsam mit dem staatlichen Wasserversorger PUB in Singapur eine wegweisende Aufbereitungsanlage, die Abwasser in Trinkwasser verwandelt. Täglich werden 40.000 Kubikmeter Wasser mithilfe ultradünner Membranen und keimtötender UV-Strahlen aufbereitet und in den Trinkwasserkreislauf eingespeist. Es ist eine Versuchs- und Demonstrationsanlage, die die Grundlage für den 2007 ins Leben gerufenen Water Hub in Singapur bildet, der, koordiniert von Siemens Water Technologies, eine Speerspitze in der Erforschung und Erprobung künftiger Wasseraufbereitungstechniken werden soll.

„Grün“ ist Trumpf – Singapur ist die umweltfreundlichste Metropole Asiens

Am 14. Februar 2011 wird Singapur im Rahmen des „Asian Green City Index“ auf Basis seiner Zielsetzungen und Leistungen beim Umwelt- und Klimaschutz zur „grünsten“
Metropole Asiens gekürt. Als einzige der 22 teilnehmenden Städte – unter ihnen Bangkok, Peking, Kalkutta und Kuala Lumpur – erreicht sie insgesamt weit überdurchschnittliche Werte und erzielt in allen Einzelkategorien, wie CO2-Emissionen, Energie-, Wasser- und Verkehrsmanagement oder Luftqualität durchweg ausgezeichnete Ergebnisse. Grundlage dessen ist allen voran eine langfristige und konsequente Umweltpolitik, in der Nachhaltigkeit eines der wichtigsten Regierungsziele darstellt. Siemens erweist sich dabei als verlässlicher und innovativer Partner Singapurs und leistet seit vielen Jahren einen entscheidenden Beitrag bei der Modernisierung, Automatisierung und Elektrifizierung in den Bereichen Energie, Industrie und Mobilität. Die Digitalisierung der Infrastruktur, die Verwandlung Singapurs in eine „Smart City“, ist dabei eine der zentralen Säulen und profitiert in besonderem Maße vom Know-how von Siemens.

Singapur ist eine der bedeutendsten Volkswirtschaften der Welt. Es steht für Exzellenz, langfristige Planung und fortschrittliches Denken. Siemens wird ein zentraler Partner sein, um Singapur auf dem Weg zur neuen digitalen Wirtschaft zu unterstützen.
Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG

Dr. Ewald Blocher