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Ernst von Siemens

1956–1971

 Portrait Ernst Ernst Portrait verschwommen
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Wegbereiter der Siemens AG

Als Ernst von Siemens 1956 „Chef des Hauses“ wird, ist der Wiederaufbau des Unternehmens nach dem Zweiten Weltkrieg beendet. Entschlossen setzt er die unter seinem Vetter Hermann begonnene Wiederbelebung des Auslandsgeschäfts fort. Unter seiner Ägide wird 1966 die Siemens AG gegründet und der Konzern grundlegend neu aufgestellt. Mit der Vereinigung von Siemens & Halske, den Siemens-Schuckertwerken und den Siemens-Reiniger-Werken zum Gesamtkonzern wird das Elektrounternehmen in einem sich wandelnden Umfeld handlungs- und reaktionsschneller.

„Wenn unser Haus – bei aller Achtung vor der echten Tradition, die es groß gemacht hat – erforderliche Neuerungen ohne unnötiges Zögern durchführt, dann zweifle ich nicht, daß es uns glückt, auch künftig die großen Probleme, die auf uns zukommen, zu meistern.“

Ernst von Siemens vor Vorstandsmitgliedern und Generalbevollmächtigten am 1.2.1966
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1903

1903

Ernst mit Esel
Ernst Ostsee

Ernst von Siemens, ein Enkel des Firmengründers Werner von Siemens, wird am 9. April 1903 in der Nähe von London geboren. Sein Vater Carl Friedrich ist zu dieser Zeit Leiter der Starkstromabteilung im England-Geschäft von Siemens & Halske. 1907 kehrt die Familie nach Deutschland zurück. Seine weitere Kindheit verbringt Ernst in Potsdam.

1929

Portrait Ernst
Rundfunkgerät Siemens

Als passionierter Liebhaber klassischer Musik stellt Ernst von Siemens hohe Ansprüche an Ton- und Klangqualität der Siemens-Rundfunkgeräte.

Ernst von Siemens hat großen Respekt vor den Leistungen und Erfolgen seines Vaters und studiert auf dessen Wunsch mit der Physik ein „technisches Fach“. Dann steigt er ins Unternehmen ein: 1929 beginnt er als Volontär in der Sozialpolitischen Abteilung von Siemens & Halske und durchläuft in den 1930er-Jahren verschiedene Leitungspositionen. Mit 34 Jahren wird er 1937 Direktor der Abteilung für Rundfunkgeräte und Kleinfabrikate. 1943 folgt die Ernennung zum Mitglied des Vorstands von Siemens & Halske.

1945

Rundschreiben
Auto

Noch vor Ende des Zweiten Weltkriegs wird die politische Lage in Berlin immer unsicherer. Ernst von Siemens unterstützt den Entschluss der Unternehmensführung, Teile der Firmenspitze nach West- und Süddeutschland zu verlagern. Er selbst wird Leiter der „Gruppe Süd“ in München und übernimmt nach der Internierung Hermann von Siemens’ die unternehmerische Gesamtverantwortung. Nach Kriegsende kommt es um die Frage nach dem künftigen Hauptsitz von Siemens zu schweren internen Auseinandersetzungen.

1949

Gedrückt halten
Siemens Erlangen Gebäude
Siemens Erlangen Standort
Siemens München Gebäude
Siemens München Standort
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Angesichts der drohenden Teilung Deutschlands fordert Ernst von Siemens – stellvertretend für die jüngere Generation in der Firmenleitung –, den Unternehmenssitz in den Westen des Landes zu verlegen. Demgegenüber argumentieren die Gegner einer Verlagerung, dass Siemens ohne Berlin nie wieder „Siemens“ werden könne. Schließlich einigen sich beide Seiten darauf, den Firmensitz der Siemens-Schuckertwerke zum 1. April 1949 nach Erlangen und den von Siemens & Halske nach München zu verlegen. Berlin bleibt jeweils zweiter Firmensitz.

1956

Ernst von Siemens
Siemens-Werk für Weltmarkt

1966 eröffnet Siemens in Kalwa, rund 30 Kilometer östlich von Bombay (heute Mumbai), eine Fabrik für Drehstrommotoren.

Nachdem Ernst von Siemens 1956 die Gesamtleitung des Unternehmens übernommen hat, setzt er sich mit einer Strategie durch, die intern stark umstritten ist: Siemens soll zurück an den Weltmarkt. Bis 1971 gelingt es, nahezu alle im Krieg beschlagnahmten Gesellschaften zurückzuerwerben. Der geografische Schwerpunkt des Auslandsengagements liegt neben West- und Südeuropa vor allen Dingen in Übersee.

1966

Siemens-Aktie
Ernst am Pult

Mitte der 1960er-Jahre expandiert die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens, und der Investitionsbedarf, allen voran in den neuen Geschäftsfeldern Halbleiter- und Computertechnik, steigt – eine einheitliche Führung des Elektrokonzerns muss her. Bevorstehende Veränderungen im deutschen Aktienrecht geben schließlich den Ausschlag für Ernst von Siemens, die Neustrukturierung von Siemens einzuleiten.

Zum 1. Oktober 1966 wird die Siemens AG gegründet, in der die Siemens & Halske AG, die Siemens Schuckertwerke AG und die Siemens-Reiniger-Werke AG rechtlich und organisatorisch aufgehen. Mit diesem Schritt ist zugleich der Prozess des Wiederaufbaus und der unternehmerischen Konsolidierung nach dem Zweiten Weltkrieg abgeschlossen.

1969

Bekanntmachung

Ernst von Siemens liegt nicht nur die wirtschaftliche Prosperität des Unternehmens am Herzen, sondern auch eine zeitgemäße Personal- und Sozialpolitik. Selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten hält er an der Gewinnbeteiligung fest, die 1951 wieder eingeführt wurde, und baut die betriebliche Altersvorsorge aus. Darüber hinaus haben die Mitarbeiter der Siemens AG in Deutschland 1969 erstmals Gelegenheit, Belegschaftsaktien zu erwerben. Rund ein Viertel der Beschäftigten macht von diesem Angebot Gebrauch.

1971

Ernst, Flugzeug

Hermann von Siemens hält einerseits an unternehmensstrategischen Traditionen fest. Andererseits ist er bereit, neue Wege einzuschlagen, und investiert in innovative Geschäftsfelder wie die Halbleiter-, Daten- und Reaktortechnik. Als er sich 1956 vom Posten des „Chefs des Hauses“ zurückzieht, gehört Siemens wieder zu den führenden Elektrokonzernen Europas und der Welt.

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Eine Reise durch
die Siemens-Geschichte

Wer sich mit der Geschichte von Unternehmen beschäftigt, wird Zeuge spannender Entwicklungen, taucht ein in eine Abfolge von Höhen und Tiefen, Erfolgen und Misserfolgen, ökonomischen und gesellschaftlichen Veränderungen. Und er lernt nicht nur die Gründer sondern auch die Persönlichkeiten kennen, die diese Firmen erfolgreich weiterentwickelt haben, die sie lenkten und leiteten. Genau damit beschäftigt sich das neue Buch des Siemens Historical Institute. Es zeichnet anhand von 13 ausführlichen Porträts nach, wie die mehr als 170-jährige Geschichte von Siemens mit der Geschichte Deutschlands, Europas und der Welt verwoben ist. Vom Gründer Werner von Siemens über Carl Friedrich von Siemens bis hin zu Joe Kaeser wird deutlich, dass es Personen an der Spitze braucht, die mit Mut, Tatkraft und Verantwortungsbewusstsein vorangehen und nicht davor zurückschrecken, sich den Herausforderungen der jeweiligen Zeit zu stellen und die Zukunft zu gestalten.

Ernst von Siemens

Wegbereiter der Siemens AG

1903

In London geboren – in Potsdam aufgewachsen

1929

Ein vorgezeichneter Weg – Einstieg in das Familienunternehmen

1945

Von Nord nach Süd – Ernst von Siemens übernimmt die Gesamtverantwortung

1956

Zurück auf der Weltbühne – Ernst von Siemens wird „Chef des Hauses“

1966

Zusammengehöriges zusammenfügen – die Gründung der Siemens AG

1969

Mit der Zeit gehen – von der Personalförderung zur Belegschaftsaktie

1971

„Ich hatte halt ein paar Leitsätze“ – der letzte „Chef des Hauses“

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