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Hermann von Siemens

1941–1956

 Portrait Hermann Hermann Portrait verschwommen
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Forscher und Krisenmanager

Als Hermann von Siemens 1941 die Nachfolge seines verstorbenen Onkels Carl Friedrich als „Chef des Hauses“ antritt, nähert sich der Zweite Weltkrieg seinem Höhepunkt. Siemens ist Teil einer umfassenden Kriegswirtschaft; eigenständiges unternehmerisches Handeln ist kaum mehr möglich. Es gelingt ihm, die Firma durch diese unsichere Zeit zu führen. Nach Kriegsende leitet Hermann von Siemens den Wiederaufbau des Unternehmens ein, das rund 80 Prozent seiner Substanz verloren hat. Im Zentrum stehen die Rückkehr an den Weltmarkt und die Erschließung neuer Geschäftsfelder.

„Ich fühle mich dazu berufen, den Geist des Hauses Siemens […] zu erhalten und zu stärken. Integrierende Bestandteile dieses Geistes sind das Streben nach hochwertiger Qualitätsarbeit, äußerster Makellosigkeit der Geschäftsgebarung und sozialer Gerechtigkeit.“

Hermann von Siemens in: Deutsche Porträts, 1945
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1885

1885

Hermann
Periodensystem

„Meine beiden Großväter haben mir ein meine ganze Lebensrichtung bestimmendes Erbe hinterlassen. 
Die Liebe zur wissenschaftlichen Forschung.”
Hermann von Siemens, 1945

Hermann von Siemens hat gleich zwei berühmte Großväter: Werner von Siemens und den Physiker Hermann von Helmholtz. Beide Männer sind ihm ein Vorbild und ihre Begeisterung für die Naturwissenschaften beeinflusst entscheidend seine Berufswahl: Nach der Schule beschließt Hermann, Chemie zu studieren. Ab 1918 arbeitet der nunmehr promovierte Chemiker im Physikalisch-Chemischen Laboratorium von Siemens & Halske.

1929

Portrait Hermann

Als designierter Nachfolger seines Onkels Carl Friedrich arbeitet Hermann von Siemens in den unterschiedlichsten Bereichen und Abteilungen des Elektrokonzerns. Ab 1929 übernimmt er Leitungs- und Managementaufgaben und verantwortet ab 1937 die technisch-wissenschaftlichen Entwicklungsarbeiten des gesamten Unternehmens. 1941, mitten im Zweiten Weltkrieg, wird der 56-Jährige „Chef des Hauses“.

1945

1945 Berlin München

Hermann von Siemens führt das Elektrounternehmen durch die letzten Jahre des Zweiten Weltkriegs. Noch vor Kriegsende trifft er gemeinsam mit seinen engsten Beratern die wegweisende Entscheidung, die Leitung des Hauses zu dezentralisieren.

Er selbst kann an dem Aufbau dieser „Exilregierungen“ im westlichen und südlichen Deutschland nicht mitwirken – wegen seiner Mitgliedschaft im Aufsichtsrat der Deutschen Bank wird er 1945 von Alliierten-Truppen verhaftet und erst nach zweieinhalb Jahren wieder aus der Haft entlassen.

1946

Notfertigung

Infolge des Zweiten Weltkriegs verliert Siemens rund 80 Prozent seiner Firmensubstanz. Allein in Berlin ist rund die Hälfte der Gebäude und Fabrikanlagen zerstört. Zunächst produzieren die Mitarbeiter vor allem Gegenstände des täglichen Bedarfs wie Kohleschaufeln, Kochgeschirr und Herde. Erst nach und nach fertigt Siemens wieder einfache elektrotechnische Erzeugnisse wie Lampen oder Rundfunkgeräte.

1948

Siemensstadt Wiederaufbau

Anfang Mai kehrt Hermann von Siemens als Aufsichtsratsvorsitzender an die Spitze des Konzerns zurück. Zu diesem Zeitpunkt ist der Wiederaufbau der Siemens-Firmen nicht zuletzt dank des großen Engagements der Belegschaft relativ weit fortgeschritten. Ende 1948 arbeiten bereits wieder rund 68.000 Menschen im Unternehmen.

1950er

Reaktor
Hermann und Adenauer Hermann und Adenauer (verschwommen)

Hoher Besuch – 1952 empfängt Hermann von Siemens Bundeskanzler Konrad Adenauer in Siemensstadt.

Hermann von Siemens hält einerseits an unternehmensstrategischen Traditionen fest. Andererseits ist er bereit, neue Wege einzuschlagen, und investiert in innovative Geschäftsfelder wie die Halbleiter-, Daten- und Reaktortechnik. Als er sich 1956 vom Posten des „Chefs des Hauses“ zurückzieht, gehört Siemens wieder zu den führenden Elektrokonzernen Europas und der Welt.

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Eine Reise durch
die Siemens-Geschichte

Wer sich mit der Geschichte von Unternehmen beschäftigt, wird Zeuge spannender Entwicklungen, taucht ein in eine Abfolge von Höhen und Tiefen, Erfolgen und Misserfolgen, ökonomischen und gesellschaftlichen Veränderungen. Und er lernt nicht nur die Gründer sondern auch die Persönlichkeiten kennen, die diese Firmen erfolgreich weiterentwickelt haben, die sie lenkten und leiteten. Genau damit beschäftigt sich das neue Buch des Siemens Historical Institute. Es zeichnet anhand von 13 ausführlichen Porträts nach, wie die mehr als 170-jährige Geschichte von Siemens mit der Geschichte Deutschlands, Europas und der Welt verwoben ist. Vom Gründer Werner von Siemens über Carl Friedrich von Siemens bis hin zu Joe Kaeser wird deutlich, dass es Personen an der Spitze braucht, die mit Mut, Tatkraft und Verantwortungsbewusstsein vorangehen und nicht davor zurückschrecken, sich den Herausforderungen der jeweiligen Zeit zu stellen und die Zukunft zu gestalten.

Hermann von Siemens

Forscher und Krisenmanager

1885

In den Fußstapfen großer Ahnen – Begeisterung für Wissenschaft und Forschung

1920

Training on the job – Vorbereitung auf die Rolle als „Chef des Hauses“

1944

Mitten im Krieg – Verantwortung in schweren Zeiten

1946

Rückkehr zur Normalität – die unmittelbare Nachkriegszeit

1948

„Etwas magerer, aber gestählt” – Rückkehr an die Konzernspitze

1950er

Innovative Zukunftsfelder – Halbleiter-, Daten- und Reaktortechnik

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