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Wilhelm von Siemens

1903–1919

Wilhelm Portrait Wilhelm Portrait verschwommen
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Mittler zwischen Tradition und Moderne

Wilhelm von Siemens, der zweite Sohn des Firmengründers, tritt 1890 in die Firmenleitung ein. Während seiner 30 Jahre dauernden Amtszeit prägt er die Entwicklung von Siemens durch zukunftsorientierte Entscheidungen. Auf seine Initiative entsteht mit der Siemensstadt ab 1897 am Rand von Berlin ein moderner Industriecampus. Darüber hinaus wird die Siemens-Schuckertwerke GmbH ins Leben gerufen und die Forschung im Unternehmen zentralisiert. Damit führt Wilhelm das Traditionsunternehmen in die Moderne.

„[...] die Aufgabe der Oberleitung einer Firma ist, darüber zu wachen und die nötigen Direktiven dafür zu geben, daß eine gesunde und fruchtbare Weiterentwicklung der Technik in ihrem Hause stattfindet, daß neue Vorstöße unternommen werden und daß etwas zurückgebliebene Gebiete neue Impulse erhalten.“

Wilhelm von Siemens, zitiert nach Richard Fellinger, in der Zeitschrift Nord und Süd, 1920
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1855

1855

Wilhelm jung
Wilhelm Familie

1873 geht Wilhelm, der von seinem Vater liebevoll „Willy“ genannt wird, aus gesundheitlichen Gründen ohne Abschlusszeugnis von der Schule ab.

Wilhelm von Siemens wird 1855 in Berlin geboren. Früh lastet die Erwartung auf ihm, in die Fußstapfen seines überragenden Vaters zu treten. Als 18-Jähriger äußert er in seinem Tagebuch die Befürchtung, „einmal untüchtig und großen Vaters kleiner Sohn zu sein“. Doch die Studienjahre sowie seine ersten Berufserfahrungen bei Siemens & Halske geben ihm Selbstvertrauen. Voller Tatendrang schreibt er nun an Werner von Siemens: „Ich glaube, daß meine Schultern ziemlich viel tragen können, und ich sehne mich nach einem verantwortungsvollen Posten.“

1882

Gluehlampenproduktion

Bereits 1890 übersteigt der Umsatz im Glühlampengeschäft die Millionen-Mark-Grenze.

Wilhelm ist ein leidenschaftlicher Forscher. Bereits während des Studiums ist er ständiger Gast im Labor von Siemens & Halske. Sein Spezialgebiet: die Beleuchtungstechnik. Im „Lichtsaal“ arbeitet er an der Weiterentwicklung der elektrischen Glühlampe. Wilhelm beweist technisches Gespür – 1882 errichtet Siemens in Berlin die erste Glühlampenfabrik Deutschlands, produziert die ersten eigenen Kohlefadenlampen in Serie und erschließt damit einen wichtigen Markt.

1890

Carl Bilderrahmen
Wilhelm Portrait

Wilhelm von Siemens tritt 1890 gemeinsam mit seinem älteren Bruder Arnold in die Firmenleitung ein. Während Arnold hauptsächlich repräsentative Aufgaben übernimmt, lastet die unternehmerische Verantwortung bald auf den Schultern Wilhelms. In den Anfangsjahren werden die beiden Brüder von ihrem Onkel Carl von Siemens unterstützt.

1892

Maschine
Info Drehstromkraftwerke

Die Energietechnik ist das Geschäftsfeld der Zukunft. Entsprechend gewinnt die Elektrifizierung sowohl der Industrie als auch des öffentlichen und privaten Lebens kontinuierlich an Bedeutung. Wilhelm von Siemens setzt langfristig auf das richtige Pferd: Nach der Erfindung des Drehstrommotors forciert er dessen Weiterentwicklung, und Siemens errichtet im oberbayerischen Erding das erste städtische Elektrizitätswerk Deutschlands, das auf der Drehstromtechnik basiert.

1899

Siemensstadt Gebäude
Mitarbeiter Siemensstadt

Um 1900 arbeiten bereits 1.200 Menschen in Siemensstadt. 1914 beschäftigen die Siemens-Werke knapp 32.000 Personen.

Ende des 19. Jahrhunderts verzeichnet Siemens ein dynamisches Wachstum – Umsatz und Belegschaft steigen beständig. Die Flächen im Berliner Stadtgebiet sind jedoch begrenzt. Wilhelm von Siemens entschließt sich daher, auf den Nonnenwiesen, einer entlegenen Gegend zwischen Charlottenburg und Spandau, mehr als 200 Hektar Baugrund zu erwerben. Bis 1913 entsteht hier ein moderner Industriecampus: die Siemensstadt. Die erste Fabrik am neuen Standort geht bereits 1899 in Betrieb.

1903

Elektrizitätswerke

Die EAG bringt ihre Nürnberger Fabriken in die neu gegründeten Siemens-Schuckertwerke ein.

Um 1900 besteht ein harter Wettbewerb um Aufträge zum Bau und Betrieb von städtischen Elektrizitätswerken, Beleuchtungssystemen und elektrischen Bahnen. Um in diesem Wettbewerb bestehen zu können, muss Siemens weiter wachsen.

Wilhelm von Siemens trifft die wegweisende Entscheidung, das Energiegeschäft von Siemens & Halske mit der zuvor übernommenen Elektrizitäts-Aktiengesellschaft vorm. Schuckert & Co. (EAG) zu fusionieren. Die neu gegründete Siemens-Schuckertwerke GmbH nimmt am 1. April 1903 den Geschäftsbetrieb auf.

1905

Weiterentwicklung der Glühlampe Weiterentwicklung der Glühlampe

Wilhelm von Siemens’ persönliches Interesse gilt vor allem der Weiterentwicklung der Glühlampe und der Elektrifizierung elektrischer Bahnen.

Forschung und Entwicklung sind für Wilhelm von Siemens ein wesentliches Fundament erfolgreicher Unternehmensführung. Auf seine Initiative wird die Grundlagenforschung bei Siemens 1905 zentralisiert. Mit dieser Entscheidung schafft er die Voraussetzung dafür, dass Siemens seine technologische Spitzenposition und Innovationsfähigkeit langfristig aufrechterhalten und ausbauen kann.

1919

Carl von Siemens
Wilhelm von Siemens
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Die letzten Jahre von Wilhelm von Siemens’ Amtszeit sind durch den Ersten Weltkrieg geprägt. Es gelingt ihm, das Unternehmen durch die Kriegsjahre zu führen, doch die Zukunft ist ungewiss. Siemens hat knapp 40 Prozent seiner Substanz eingebüßt, darunter fast alle Patentrechte im Ausland. Der weitgehende Verlust der ausländischen Tochtergesellschaften und Vertriebsstellen sowie die Friedensbedingungen des Versailler Vertrags erschweren die Situation zusätzlich. Als Wilhelm von Siemens am 14. Oktober 1919 stirbt, ist es an seinem jüngeren Bruder Carl Friedrich, dessen Erbe erfolgreich fortzuführen – unter denkbar schwierigen Bedingungen.

Carl Friedrich von Siemens ist der dritte und jüngste Sohn des Firmengründers. Er wird am 21. November 1919 zum Aufsichtsratsvorsitzenden der Siemens & Halske AG und der Siemens-Schuckertwerke GmbH berufen.

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Eine Reise durch
die Siemens-Geschichte

Wer sich mit der Geschichte von Unternehmen beschäftigt, wird Zeuge spannender Entwicklungen, taucht ein in eine Abfolge von Höhen und Tiefen, Erfolgen und Misserfolgen, ökonomischen und gesellschaftlichen Veränderungen. Und er lernt nicht nur die Gründer sondern auch die Persönlichkeiten kennen, die diese Firmen erfolgreich weiterentwickelt haben, die sie lenkten und leiteten. Genau damit beschäftigt sich das neue Buch des Siemens Historical Institute. Es zeichnet anhand von 13 ausführlichen Porträts nach, wie die mehr als 170-jährige Geschichte von Siemens mit der Geschichte Deutschlands, Europas und der Welt verwoben ist. Vom Gründer Werner von Siemens über Carl Friedrich von Siemens bis hin zu Joe Kaeser wird deutlich, dass es Personen an der Spitze braucht, die mit Mut, Tatkraft und Verantwortungsbewusstsein vorangehen und nicht davor zurückschrecken, sich den Herausforderungen der jeweiligen Zeit zu stellen und die Zukunft zu gestalten.

Wilhelm von Siemens

Mittler zwischen Tradition und Moderne

1882

Ein forschender Geist – Der Wettlauf um die Glühlampen

1885

„Großen Vaters kleiner Sohn“ – Wilhelm von Siemens’ Jugend und Lehrjahre

1890

Kontinuität im Wandel – Die Nachfolgeregelung an der Siemens-Spitze

1892

Elektrizität für alle – Ausbau der Energietechnik

1899

Auf dem Weg zur Elektropolis – Siemensstadt wird errichtet

1903

Entwicklung zum Industriekonzern – Wachstum durch Konzentration und Kooperation

1905

„Gut ist nie gut genug“ ─ Forschung als Basis des Erfolgs

1919

Der Erste Weltkrieg – Überleben in schwierigen Zeiten

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