Digitalisierung

Campus Digital

Weltweit treibt Siemens heute mit und in seinen Geschäftsbereichen die Digitalisierung voran. Da ist es beinahe selbstverständlich, dass auch der Siemens Campus Erlangen als einer der großen Entwicklungs- und Zukunftsstandorte von Siemens ganz im Zeichen von Daten und ihrer Nutzung (ent-)steht.

Das begann schon früh bei der Planung. Weltweit erstmals kam hier für einen großflächigen Standort von Siemens die Methode des so genannten Building Information Modelings (BIM) zum Einsatz, bei der die Gebäude in virtuellen 3D-Modellen geplant werden.

In diese „Digitalen Zwillinge“ der Gebäude fließen im späteren Betrieb die Daten von zahllosen Sensoren ein. Konsequent kombiniert mit innovativer Gebäudetechnik von Siemens steigert modernste, digitale Technik wie Smart-Building-Anwendungen und eine intelligente Netzanbindung über ein Smart Grid die Nachhaltigkeit der Gebäude und des gesamten Standorts.

Die Daten wurden aber beispielsweise auch für die eigens entwickelte Siemens Campus App genutzt. Mit ihr kann jeder bereits heute seinen persönlichen, virtuellen Rundgang über den Campus starten.

Auch die ersten Mieter waren begeistert. Ihre Büros konfigurierten sie nämlich virtuell. Mit einer App konnten sie sich durch ihre zukünftigen Räume bewegen, Gestaltungs- und Farbwünsche äußern und diese gleich in der virtuellen Welt erleben.

Und auch die Mitarbeiter profitieren. Sie finden auf dem Campus moderne IT-Landschaften und Hochleistungs-WiFi, das überall – selbst in beispielsweise den Cafés und Außenbereichen – ein flexibles, mobiles Arbeiten und Forschen der Zukunft ermöglicht. Per „Comfy“-App können sie dabei wichtige Services auf dem Campus „online“ nutzen.

So setzt der Siemens Campus Erlangen bei der Digitalisierung Maßstäbe, denn auch hier bilden Daten die Grundlage für mehr: Mehr Nachhaltigkeit, mehr Services, mehr Komfort und Mehrwert.

BIM

Mit dem Begriff BIM – kurz für Building Information Modeling – wird eine Arbeitsmethode beschrieben, bei der alle beteiligten Parteien eines Bauprojekts vernetzt und gemeinsam arbeiten. Die Grundlage dafür bilden virtuelle 3D-Modelle, die sogenannten Digitalen Zwillinge, in denen sowohl die geometrischen Daten aller Baubestandteile, wie aber auch Zeit- und Kostenpläne für den Bau, Daten der Energieversorgung, der Beleuchtung, des Brandschutzes sowie des Gebäudemanagements hinterlegt sind. Diese Digitalen Zwillinge bilden das digitale Gehirn eines Gebäudes oder – wie beim Campus – eines ganzen Standorts.

Das innovative Verfahren bietet dabei Vorteile von der Planung über den Bau bis hin zum Betrieb.


Schon während der Planungsphase arbeiten alle beteiligten Partner an einem gemeinsamen, digitalen Modell. Das vereinfacht Abstimmungen und beschleunigt die Prozesse. Bereits in dieser Phase können so beispielsweise mögliche Kollisionen von Rohren und Kabeltrassen entdeckt und vermieden werden, die sonst erst auf der Baustelle aufgefallen wären. Und das können bei herkömmlicher Bauweise eines Gebäudes wie auf dem Campus oft mehrere hundert oder sogar tausend sein.

Auch für die innovative Holzhybrid-Bauweise der Bürogebäude im zweiten Campus Modul liefert BIM die notwendigen Daten, um die einzelnen Bauteile einschließlich der in sie bereits integrierten Versorgungsleitungen industriell vorfertigen zu können.              

Und im Betrieb verbindet der Digitale Zwilling die Gebäudedaten mit den Nutzungsdaten aus verschiedensten Sensoren und ermöglicht so eine besonders effiziente, ressourcen-schonende und damit nachhaltige Nutzung der Gebäude.

Darüber hinaus können die hinterlegten Daten für weitere Anwendungen genutzt werden. Beim Siemens Campus Erlangen bildeten sie unter anderem die Basis für die  Campus App, die Comfy App und einen virtuellen Büro-Konfigurator. Dabei können sich die zukünftigen Mieter bereits lange vor Fertigstellung der Gebäude virtuell durch ihre zukünftigen Büroflächen bewegen, Gestaltungs- und Farbwünsche äußern und diese dann auch gleich umgesetzt im virtuellen Raum erleben.

So haben die BIM-Daten beim Siemens Campus Erlangen zusätzlich völlig neue Möglichkeiten zur Visualisierung und Kommunikation eröffnet.

Digitale Zwillinge – das digitale Gehirn eines Gebäudes

Spricht man bei BIM vom Digitalen Zwilling (Digital Twin), meint man streng genommen sogar drei verschiedene:

Der digitale Product Twin zeigt die Größe des Gebäudes, seine Umrisse, Ebenen und Wände mit Verkabelung und Versorgungsleitungen. Neben den statischen Eigenschaften sind in ihm auch Fenster, Türen bis hin zu Komponenten und Möbeln enthalten. So liefert er einen kompletten Überblick einschließlich technischer Daten, Fertigungsmaterialien und Betriebsmittel.

Der digitale Construction Twin enthält alle im Objekt installierten Anlagen der Heizung, Lüftung und Klimatechnik sowie die fest verbauten Anlagen. Durch ihn kann nicht nur die Effizienz verbessert werden, man nutzt ihn unter anderem auch für Visualisierungen und das Schaffen einer künstlichen Intelligenz.

Der digitale Performance Twin bildet im laufenden Betrieb quasi das Gehirn des Gebäudes. Er verbindet die statischen Daten der anderen beiden Twins über die gesamte Lebenszeit mit den Nutzungsdaten, lernt ständig dazu und wird zur Optimierung der Gebäude-Effizienz, zur vorausschauenden Instandhaltung und für Simulationen genutzt. Die dynamischen Nutzungsdaten stammen dabei von verschiedensten Sensoren, Brandmeldern, der Beleuchtung sowie der Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlage, aber auch der Gebäude-Sicherheit. Zusätzlich können externe Daten wie Wetter oder Tageslicht einfließen.

„Comfy-tabel“ arbeiten

Weltweit erstmals auf einem Standort dieser Größenordnung können die Mitarbeiter auf dem Siemens Campus Erlangen die neue Comfy App nutzen. Sie wurde von Siemens Real Estate – Immobilienunternehmen von Siemens und Bauherr des Campus – gemeinsam mit einem jungen Entwicklerteam in den USA entwickelt, erprobt und auf die speziellen Anforderungen des Campus angepasst.

Die Comfy App verbindet Daten des Campus in Echtzeit mit zusätzlichen Quellen und bietet den Mitarbeitern so ein umfassendes Informationsportal. Das beginnt bei An- und Abfahrtsplänen des Öffentlichen Nahverkehrs und reicht über aktuelle Wetterinformationen bis hin zu den jeweiligen Tagesangeboten in Kantinen, Cafés und Restaurants auf dem Campus.

Zusätzlich können sich die Mitarbeiter per Campus- und In-House-Navigation beispielsweise direkt zu ihrer nächsten Besprechung navigieren lassen. Auch Besprechungsräume können direkt aus der App gebucht werden. Besprechungstermine werden dabei automatisch vom Kalender in die App übernommen und zu gegebener Zeit erinnert diese alle Teilnehmer und weist ihnen den Weg.

Die Comfy App können alle Siemens-Mitarbeiter auf ihren Smartphones nutzen.

Siemens Campus App

Mit der innovativen Siemens Campus App können Besucher aus aller Welt den Campus schon heute ganz bequem virtuell erleben. Die Grundlage dazu bilden die Digitalen Zwillinge der Campus-Gebäude. Neben geführten Touren besteht sogar die Möglichkeit, das erste Modul des Campus individuell virtuell zu begehen, entlang der zentralen Grünachse vorbei an Cafés, Restaurants und den Bürogebäuden zu schlendern und so auch aus der Ferne einen Eindruck davon zu bekommen, wie der Campus lebt und wirkt.

Die Siemens Campus App steht sowohl im Google Play-Store als auch im Apple Store kostenlos zum Download bereit – einfach den QR-Code mit dem Smartphone scannen.