Nachhaltigkeit

CO₂-Neutralität

Nachhaltigkeit prägte vom ersten Tag an die Planung für den Siemens Campus Erlangen.

Sämtliche Neubauten werden mit moderner Gebäude- und Energietechnik ausgestattet. Dabei kommen zahlreiche Lösungen aus dem Umwelt- und Nachhaltigkeitsportfolio des Unternehmens zum Einsatz. Konsequent kombiniert steigert moderne, digitale Technik wie Smart-Building-Anwendungen und eine intelligente Netzanbindung über ein Smart Grid die Nachhaltigkeit der Gebäude und des gesamten Standorts. Angestrebt wird eine Zertifizierung nach dem internationalen LEED-Gold-Standard. Damit werden nur besonders umweltfreundliche, ressourcenschonende und nachhaltige Neubauten ausgezeichnet.

In Modul 2 des Siemens Campus Erlangen werden zudem alle Bürogebäude sowie das Empfangsgebäude in der besonders nachhaltigen und innovativen Holzhybrid-Bauweise erstellt. So werden schon beim Bau gegenüber herkömmlicher Betonbauweise 80 Prozent CO2 vermieden.

Durch eine Kooperation mit den Erlanger Stadtwerken mit einem innovativen Fernkälte- und Fernwärme-Konzept kann der Siemens Campus Erlangen darüber hinaus auch nach seiner Fertigstellung CO2-neutral betrieben werden. Entsprechend dem Ziel von Siemens, bis 2030 als einer der ersten Konzerne weltweit klimaneutral zu werden. Auch die Stromversorgung kommt zu 100% aus Windenergie und ist somit auch CO2-neutral.

Das kommt auch der Natur- und Artenvielfalt im neuen Stadtteil zu Gute, in dem allein im ersten Modul zusätzlich zu den 75 Bäumen aus dem Altbestand bereits 160 neue heimische Kiefern, Eichen und Pappeln aber auch exotische Ginkos gepflanzt wurden. Denn Siemens pflanzt mehr Bäume, als notwendig, damit der Siemens Campus Erlangen als weltweit erster CO2-neutraler Standort von Siemens auch zum Entspannen und Verweilen in den großzügigen Frei- und Grünflächen einlädt.

Holz statt Beton

Der Siemens Campus Erlangen ist ein Projekt, das sich ständig weiterentwickelt. Das beginnt bereits bei der Art und Weise, wie gebaut wird, denn auch hier bleibt die Entwicklung nicht stehen.

Im Modul 2 werden so sowohl das zentrale Empfangsgebäude als auch die vier neuen Bürogebäude in der besonders nachhaltigen und innovativen Holzhybrid-Bauweise erstellt.

Dabei werden tragende Elemente aus Stahlbeton vorgefertigt, der Großteil jedoch aus Holz gebaut. Dazu wird bereits vor Baustart ein sogenannter Digitaler Zwilling der Gebäude erstellt. Dieses auch BIM  (Building Information Modeling) genannte Verfahren ermöglicht bei Holzhybrid-Gebäuden eine weitgehende industrielle Vorfertigung der oftmals standardisierten Bauelemente einschließlich der zum Teil bereits vorinstallierten Versorgungsleitungen.

So können schon beim Bau gegenüber herkömmlicher Betonbauweise 80 Prozent CO2 vermieden, zwei Drittel Beton eingespart und die Komplexität der Haustechnik reduziert werden. Durch Letzteres sinken dann nach Fertigstellung der Wartungsaufwand und damit auch die Kosten im laufenden Betrieb, die durch den digitalen Zwilling weiter verringert werden können.

Übrigens: Die Holzhybrid-Bauweise ist so neu, dass sie in dieser Größenordnung erstmals im Modul 2 auf dem Siemens Campus Erlangen Anwendung findet.

E-Mobilität

Der Siemens Campus Erlangen will nicht nur mit seiner attraktiven Campus-Struktur und seinen modernen Arbeitswelten neue Maßstäbe setzen. Auch ein ausgeklügeltes Mobilitätskonzept und -management soll ihn zu einem Leuchtturm machen, der über die Metropolregion hinausstrahlt.

Eine ganz besondere Rolle spielt dabei die E-Mobilität der Zukunft. So gibt es in den Parkhäusern im Modul 1 bereits jetzt 50 Ladestationen für Elektro-Autos. Schon bald sollen weitere 50 Ladestationen hinzukommen. Darüber hinaus gibt es rund 50 Ladestationen für E-Bikes.

In Modul 2 kommen dann weitere Ladestationen für Elektro-Autos und E-Bikes hinzu.

Innovationen für mehr Nachhaltigkeit

Um die angestrebte CO₂-Neutralität zu erreichen, kommen auf dem Siemens Campus Erlangen zahlreiche innovative Verfahren, Maßnahmen und Anwendungen zum Einsatz. Das beginnt bei einer ganzheitlichen Systemkonzeption und reicht über eine umfassende Mobilitätsplanung und besonders nachhaltige Bebauung bis hin zu einer Minimierung des Wasser- und Energieverbrauchs sowie der Verwendung besonders gesunder und ressourceneffizienter Materialien.

Energie

  • Durch das CO2-neutrale Energieversorgungskonzept werden die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) um 35 % unterschritten.
  • Auf vielen Dächern werden Photovoltaik-Anlagen zur Stromerzeugung installiert. Allein die für die Module 1 bis 3 vorgesehenen Anlagen werden eine jährliche Energiemenge von rund 1.175 MWh/a erzeugen. Das entspricht dem Verbrauch von rund 400 Haushalten.
  • Der gesamte Campus wird klimaneutral mit zertifiziertem Grünem Strom von physikalisch zugewiesene Windenergieanlagen in Deutschland versorgt.
  • Zu Versorgung des Siemens Campus Erlangen mit Wärme/Kälte wurde mit den Erlanger Stadtwerken eine Vereinbarung zu deren klimaneutralen Erzeugung getroffen. Dazu wird unmittelbar neben dem Campus ein Blockheizkraftwerk errichtet, im dem sowohl Strom als auch Wärme und Kälte durch Kraft-/Wärmekopplung erzeugt wird.
  • In den Gebäuden werden auch die thermischen Speichermassen des Bauwerks aktiviert. In Kombination mit Heiz-Kühldecken und einer intelligenten Gebäudetechnik und -automatisierung können so weitere Einsparungen realisiert werden.
  • Die Be- und Entlüftung ändern der Gebäude erfolgt zum Teil automatisiert mit Wärmerückgewinnung und bedarfsgerechter Steuerung der Luftmenge und -qualität über entsprechende Sensoren, Wetterdaten und Präsenzmelder.
  • Zur Optimierung der Betriebszustände der gebäudetechnischen Anlagen wird der innovative „Siemens Navigator“ genutzt, ein umfassendes Energiemanagement, in dem alle Daten der Gebäudetechnik zusammenfließen.
  • Die Büroräume werden ausschließlich mit effizienten LED-Leuchten ausgestattet, die automatisch nach Tageslicht und Anwesenheit geregelt werden.

Grünflächen und Parkanlagen

  • Alle Außenanlagen und Oberflächen werden umweltgerecht so gestaltet, dass ihre Einflüsse auf das lokale Mikroklima minimiert werden.
  • Die bestehenden Grünflächen und der Baumbestand bleiben weitestgehend erhalten. Insgesamt werden in Modul 1 und 2 nach Fertigstellung deutlich mehr Bäume stehen als vorher.
  • Die Außenanlagen werden mit heimischen, standortgerechten Pflanzen begrünt. Unter anderem wird dazu auch eine „fränkische Obstwiese“ zählen, um so einen Beitrag für Insekten zu leisten.
  • Viele Dachflächen werden begrünt und für die Rückhaltung von Regenwasser genutzt. Zudem kann so das Aufheizen der Gebäude bei starker Sonneneinstrahlung reduziert werden. Regenwasser wird teilweise auch in Speichern gesammelt und zur Bewässerung der Grünanlagen genutzt.
  • Durch Rasengittersteine bleiben Geländeoberflächen unversiegelt. Zusätzlich wird das öffentliche Abwassernetz durch ein eigenes Stauraumkanalsystem entlastet.
  • Die Außenanlagen werden nur gezielt beleuchtet, um so die Lichtverschmutzung zu reduzieren und nachtaktive Tiere zu schützen.

Bau und Gebäude

  • Bereits beim Abriss der Altbebauung wie auch bei den Bauarbeiten wird strikt auf Abfalltrennung geachtet. Die aktuelle Verwertungsquote liegt mit über 90 % auf Rekordniveau.
  • Es kommen ausschließlich schadstoff- und emissionsarme Baustoffe sowie zertifiziertes Holz zum Einsatz. Bevorzugt werden dabei regionale Baustoffe und Ressourcen sowie nachwachsende Rohstoffe.
  • In den hochgedämmten Neubauten liegen viele Arbeitsplätze am Fenster, so dass das Tageslicht optimal genutzt werden kann. Außenliegende Sonnenschutzlamellen schützen automatisch vor Aufheizen und Blenden.
  • Der Trinkwasserbedarf wird durch wassersparende Armaturen minimiert, ständig überwacht und optimiert.
  • Die Qualität der Innenluft wird kontinuierlich überwacht und präsenz-abhängig optimiert.
  • Selbst bei den Büromöbeln kommen nur besonders nachhaltige Bezugstoffe zum Einsatz: entweder aus dem Naturprodukt Schurwolle oder aus synthetischen Stoffen, die erstmalig zu 100 Prozent aus Recycling-Materialien – im Wesentlichen aus eingeschmolzenen PET-Flaschen – hergestellt und anschließend verwebt werden.
  • In Verbindung mit einer umfassenden Gebäudeautomation und -überwachung durch modernste Sensortechnik sowie der Auswertung der erhobenen Daten über innovative Siemens-Lösungen wie „Siemens Desigo“ (Automation),  „Siemens Navigator“ (Energiemanagement) und „Siemens MindSphere“ (Daten-Auswertung) entsteht so ein Standort, der Nachhaltigkeits-Maßstäbe setzen wird.

Zertifizierungen

Alle Gebäude auf dem Siemens Campus Erlangen werden über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit konzipiert, geplant, gebaut und später dann auch betrieben. Das ermöglicht ihre angestrebte Zertifizierung nach dem internationalen LEED-Gold-Standard.

Die international angesehene LEED-System ist eine weltweit verwendete Nachhaltigkeitszertifizierung, die eine Reihe von Standards für umweltfreundliches, ressourcenschonendes und nachhaltiges Planen, Bauen und Betreiben von Gebäuden definiert. LEED steht dabei für „Leadership in Energy and Environmental Design”.

Mit dem LEED-Gold-Standard werden nur besonders umweltfreundliche, ressourcenschonende und nachhaltige Neubauten ausgezeichnet.